Protest am Brenner: Sperre endet ohne Stauchaos

Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr | Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr
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Brenner. Trotz einer stundenlangen Sperrung ist ein großer Protest gegen den Transitverkehr auf der Brenner-Route ohne Verkehrschaos zu Ende gegangen. Rund 5.000 Demonstrierende versammelten sich am Samstag, 30. Mai, auf der Autobahn, um gegen Lärm, Abgase und die hohe Belastung durch den Alpentransit zu protestieren.

Initiator Karl Mühlsteiger erklärte, die Situation im Tiroler Wipptal sei für viele Menschen nicht mehr tragbar. „So kann es einfach nicht mehr weitergehen“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Die Bevölkerung leide zunehmend unter Abgasen und Verkehrslärm. Zu den zentralen Forderungen gehören mehr Lärmschutz sowie eine stärkere Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene.

Sperre ohne Stau und Chaos

Die Brenner-Autobahn war wegen der Demonstration mehrere Stunden für den Transitverkehr gesperrt. Befürchtete kilometerlange Staus blieben jedoch aus. Laut Autobahnbetreiber Asfinag verlief der Tag „extrem ruhig“. Auch auf Ausweichstrecken gab es keine nennenswerten Behinderungen.

Verkehrsclubs führen die entspannte Lage auf frühzeitige Warnungen zurück. Viele Reisende verschoben ihre Fahrten. Der österreichische Automobilclub ÖAMTC rechnet allerdings damit, dass am Sonntag, 31. Mai, deutlich mehr Verkehr auf den wichtigsten Routen unterwegs sein wird.

Eine der wichtigsten Alpenrouten

Die Brenner-Autobahn gilt als wichtigste Nord Süd Verbindung über die Alpen. Nach Angaben von Asfinag nutzten im Jahr 2025 rund 11 Millionen Autos und etwa 2,5 Millionen Lastwagen die mautpflichtige Strecke.

Nach Berechnungen des Verkehrsverbands VCÖ fuhren zuletzt fast dreimal so viele Lastwagen über den Brenner wie über sämtliche Alpenrouten in der Schweiz zusammen.

Auf Plakaten kritisierten Demonstrierende auch die aus ihrer Sicht zu langsame Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern. Diese soll künftig den Brennerbasistunnel besser anbinden und langfristig für eine Entlastung der Autobahn sorgen.

Seltene Ruhe im Wipptal

Für die rund 15.000 Bewohnerinnen und Bewohner des Wipptals war die achtstündige Komplettsperre ein ungewöhnliches Erlebnis. Statt dauernden Motorenlärms herrschte zeitweise völlige Ruhe. Viele Radfahrer nutzten die Gelegenheit, den 1.370 Meter hohen Pass ohne Autoverkehr zu überqueren.

Auch lokale Geschäfte profitierten von der besonderen Situation. Eine Cafébetreiberin auf der Passhöhe berichtete von deutlich entspannterer Arbeit, da der sonst dichte Verkehr ausblieb.

Weitere Proteste angekündigt

Die Aktion könnte nicht die letzte bleiben. Die Tiroler Landesregierung plant bereits eine weitere Demonstration auf einer wichtigen Alpenroute. Der Fernpass soll am Freitag, 27. Juni, von 10 bis 12 Uhr wegen einer Kundgebung gesperrt werden.

Parallel läuft ein Streit um Tirols Maßnahmen gegen den Transitverkehr. Italien hat vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Einschränkungen wie Nachtfahrverbote für Lastwagen geklagt. Eine wichtige Stellungnahme des Generalanwalts wird am Mittwoch, 16. Juli, erwartet. Mit einem Urteil wird erst später gerechnet. dpa/red

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Anouar Touir aus Ludwigshafen

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