Neuer Ort in Tübingen: Sportlerehrung wird barrierefrei
- Boris Palmer wollte für die Sportlerehrung kein Geld für Renovierungen ausgeben. (Archivfoto)
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Tübingen. Die Sportlerehrung der Stadt zieht kurzfristig an einen neuen Veranstaltungsort um. Grund ist die fehlende Barrierefreiheit der ursprünglich geplanten Bühne. Die Ehrung findet nun am 30. Juni im barrierefrei zugänglichen Marc Kemmler Saal der Musikschule Tübingen statt. Dort ist die Bühne mit einem Hublift ausgestattet und auch für Menschen im Rollstuhl erreichbar.
Sportlerin konnte ursprüngliche Bühne nicht betreten
Geplant war die Veranstaltung zunächst in der Aula der Mensa Uhlandstraße. Die Bühne dort ist jedoch nur über eine Treppe erreichbar. Para Tischtennisspielerin Cary Hailfinger, die überwiegend einen Rollstuhl nutzt, hatte zunächst zugesagt. Später erklärte sie, dass sie die Bühne unter diesen Bedingungen nicht betreten könne.
Die Stadt prüfte mehrere technische Lösungen. Dazu gehörten unter anderem:
- ein mobiler Lift
- eine provisorische Rampe
Beide Varianten erwiesen sich nach Angaben der Stadt als ungeeignet. Deshalb wurde der Veranstaltungsort verlegt.
Kritik an Entscheidung gegen Rampe
In der Diskussion um eine mögliche Rampe hatten sich zuvor mehrere Sponsoren gemeldet und Unterstützung angeboten. Hailfinger, deutsche Vizemeisterin im Para Tischtennis Doppel, begrüßte diese Hilfsangebote.
Oberbürgermeister Boris Palmer hatte eine temporäre Rampe zunächst mit Verweis auf Kosten und organisatorische Nachteile abgelehnt. Dafür gab es Kritik von Behindertenverbänden.
Damit die Ehrung nun stattfinden kann, verzichtet der Bachchor auf eine geplante Probe im Saal und weicht aus. Die Stadt dankte dem Ensemble sowie weiteren Unterstützern. Gleichzeitig kündigte sie an, Spenden für dauerhaft barrierefreie Lösungen in weiteren Veranstaltungsräumen zu sammeln. Bei der Traditionsveranstaltung werden jedes Jahr die sportlichen Erfolge von Athletinnen und Athleten aus Tübingen gewürdigt. dpa/red
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |