Nach Sensationsfund in der Südeifel: Suche nach weiteren Dinosaurier-Fossilien läuft
- Die Sichtung und Auswertung der geborgenen Gesteinsschicht geht weiter. (Archivbild)
- Foto: Harald Tittel/dpa
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Südeifel. Nach dem ersten Dinosauriernachweis in Rheinland-Pfalz läuft die Suche nach weiteren Fossilien weiter. Experten untersuchen derzeit hunderte Kilogramm Gestein aus der Region nahe der Irreler Wasserfälle.
Bislang sei erst rund ein Fünftel des geborgenen Materials ausgewertet worden, sagte Bruno Zwank, Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH und Leiter des Dinosaurierparks Teufelsschlucht in Ernzen. Das rund 300 Kilogramm schwere Gestein enthält zahlreiche Fossilien. Die wissenschaftliche Auswertung werde voraussichtlich noch mindestens ein Jahr dauern.
Die Forscher hoffen auf weitere Entdeckungen. Zwank sprach von einer starken Vermutung, dass sich im Material noch zusätzliche Funde verbergen könnten. Neue Ergebnisse würden zunächst in wissenschaftlichen Veröffentlichungen vorgestellt. Erst danach werden sie öffentlich präsentiert.
Die Fossilien stammen aus einer mehr als 200 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht. Sie wurde im Herbst nach einem Hangrutsch durch Starkregen am Steilufer der Prüm nahe den Irreler Wasserfällen freigelegt. Fachleute sprechen von einem sogenannten Bonebed. Das ist eine Gesteinsschicht, die dicht mit Knochen und Zähnen ausgestorbener Tiere gefüllt ist.
Bisher konnten in dem Material mehrere urzeitliche Tiere nachgewiesen werden:
- ein Raubsaurier mit drei Zähnen, zwei Fußkrallen und einem Zehenknochen
- Panzerlurche
- gürteltierähnliche Reptilien
- schlankbeinige Krokodilverwandte
- Gleitechsen
- Flugsaurier
Warum die Untersuchung so lange dauert
In der Mikropaläontologie werden kleinste Fossilien sorgfältig unter dem Stereomikroskop untersucht. Zuvor wird das Gestein zerkleinert und gesiebt. Erst danach können einzelne Knochen, Zähne oder andere Spuren identifiziert werden.
An der Auswertung arbeitet ein internationales Netzwerk von Fachleuten. Beteiligt sind unter anderem der Dinosaurierpark Teufelsschlucht, die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz, das Naturhistorische Museum Mainz und das Nationalmuseum für Naturgeschichte Luxemburg.
Die aktuell untersuchte Gesteinsschicht wurde vollständig geborgen. Neue Funde könnten jedoch bei weiteren Starkregenereignissen möglich sein. Dann könnten an den Hängen entlang der Prüm erneut Gesteinsschichten freigespült werden, in denen sich weitere Fossilien verbergen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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