Mahnwache auf Rheinbrücke Mainz: Therapeuten warnen vor Kürzungen
- Mit schwarzen Ballons erinnern Psychotherapeuten an 861 junge Menschen, die sich 2024 das Leben genommen haben.
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Mainz/Wiesbaden. Die psychotherapeutische Versorgung könnte nach Ansicht von Fachverbänden schlechter werden. Auf der Rheinbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden haben deshalb rund 50 Psychotherapeuten mit einer Mahnwache gegen geplante Kürzungen der Bundesregierung bei der gesetzlichen Krankenversicherung protestiert.
Mit schwarzen Luftballons erinnerten die Teilnehmer an junge Menschen, die sich das Leben genommen haben. Nach Angaben der Veranstalter starben im Jahr 2024 bundesweit 861 Menschen unter 30 Jahren durch Suizid.
Warnung vor weniger Therapieplätzen
Fachverbände befürchten, dass das Sparpaket der Bundesregierung zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung spürbare Folgen für Patienten haben könnte. Nach Schätzungen der Organisatoren könnten zwischen 25 und 40 Prozent der derzeit verfügbaren ambulanten Psychotherapieplätze für gesetzlich Versicherte wegfallen.
Therapeuten verweisen auf langfristige Kosten
Die Therapeuten aus dem Rhein Main Gebiet betonten, ambulante Psychotherapie entlaste langfristig auch die Sozialkassen. Eine wirksame Behandlung könne etwa Krankengeldzahlungen reduzieren, Frühverrentungen verhindern und die Erwerbsfähigkeit stabilisieren.
Aus Sicht der Demonstrierenden dürften finanzielle Kennzahlen nicht über dem Schutz der Gesundheit stehen. Eine gute psychotherapeutische Versorgung sei keine Belastung für das Gesundheitssystem. Sie sei eine Investition in Prävention, gesellschaftliche Teilhabe und Stabilität. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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