Hitze-Protest in Saarbrücken: HTW prüft Kühlräume
- Vier Studierende sitzen in einem grünen aufblasbaren Pool vor Gebäude 10 der HTW.
- Foto: Laszlo Pinter/dpa
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Saarbrücken. Für Studierende und Beschäftigte an der HTW in Saarbrücken wird Hitze auf dem Campus zunehmend zum Alltagsproblem. Mit Bademänteln und einer symbolischen Außensauna haben Studierende am Campus Alt-Saarbrücken auf überhitzte Lernräume und versiegelte Flächen aufmerksam gemacht.
Zu der Aktion unter dem Motto „Saunieren statt Studieren“ hatten das AStA-Referat für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sowie die Fachschaften Sozialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften aufgerufen. Mit einem symbolischen Saunaaufguss wollten die Beteiligten zeigen, wie stark sich Hochschulgebäude und asphaltierte Bereiche aufheizen.
Studierende fordern schnellen Hitzeschutz
Nach Angaben der Initiatoren geht es um überhitzte Seminarräume, Bibliotheken und Lernbereiche. AStA-Referentin Ronja Wachall sagte, die Klimakrise sei längst auf dem Campus angekommen. Hitzeschutz sei keine Komfortfrage, sondern eine Voraussetzung für gesundes Arbeiten und erfolgreiches Lernen.
Kurzfristig fordern die Studierenden vor allem diese Maßnahmen
- leichteren Zugang zu klimatisierten Räumen
- zusätzliche Trinkwasserspender
- Ventilatoren
- mehr beschattete Lern- und Aufenthaltsbereiche
HTW sieht Handlungsbedarf und kündigt erste Schritte an
Unterstützung kommt auch von der Hochschulleitung. HTW-Präsident Dieter Leonhard sagte, beim Thema Hitze gebe es keinen Dissens zwischen Studierenden, Beschäftigten, Professorinnen, Professoren und Präsidium. Der Schutz vor hohen Temperaturen sei bei öffentlichen Gebäuden bislang nicht ausreichend mitgedacht worden.
Nach seinen Angaben hat die Hochschule bereits erste Maßnahmen eingeleitet. Beschäftigte könnten bei großer Hitze verstärkt im Homeoffice arbeiten. Fakultäten könnten häufiger Online- oder Hybridlehre anbieten. Außerdem will die HTW eine knapp dreistellige Zahl an Standventilatoren beschaffen. Gemeinsam mit Studierenden soll geprüft werden, ob klimatisierte Räume zeitweise als „Kühlinseln“ genutzt werden können.
Langfristig geht es um einen klimaresilienten Campus
Im Gebäudebestand lassen sich Veränderungen laut Hochschulleitung nicht sofort umsetzen. Bei Neubauten müsse Hitzeschutz künftig stärker eingeplant werden. Die Studierenden verlangen deshalb einen verbindlichen Hitzeschutzplan für den Campus.
Dazu zählen unter anderem die Entsiegelung stark aufgeheizter Flächen, mehr Bäume, zusätzliche Begrünung, Schattenplätze und Außenwasserspender. Ziel ist eine klimaresiliente Umgestaltung des Campus und seiner Gebäude. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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