Halbe Bezüge in Rheinland-Pfalz: Verdacht gegen Archäologen erhärtet sich

Innenminister Ebling äußert sich zum Archäologie-Skandal. (Archivfoto) | Foto: Thomas Frey/dpa
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Rheinland-Pfalz. Im Archäologie-Skandal um mutmaßlich manipulierte Funddatierungen zieht das Land erneut Konsequenzen. Ein freigestellter Landesarchäologe erhält wieder nur noch die Hälfte seiner Bezüge. Nach Angaben von Innenminister Michael Ebling hat sich der Verdacht einer vorsätzlichen Manipulation von Datierungen inzwischen erhärtet.

Weitere wissenschaftliche Untersuchungen hätten entsprechende Hinweise geliefert. Deshalb läuft das Disziplinarverfahren gegen den Landesbeamten weiter.

Dem Archäologen wird seit mehr als einem Jahr vorgeworfen, historische Funde bewusst falsch datiert zu haben. Zu den umstrittenen Objekten zählen mehrere Schädel sowie der angebliche Sensationsfund des sogenannten „Neandertalers von Ochtendung“. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.

Gericht hatte Gehaltskürzung zunächst aufgehoben

Bereits ab Januar hatte das Land dem Archäologen zeitweise nur die Hälfte seiner Bezüge gezahlt. Dagegen wehrte sich der Beamte vor Gericht.

Das Oberverwaltungsgericht entschied im Oktober in zweiter Instanz vorläufig zugunsten des Archäologen. Nach Ansicht der Richter ließ sich allein auf Basis der damaligen Aktenlage keine ausreichende Wahrscheinlichkeit für eine vorsätzliche Manipulation feststellen. Die Entscheidung galt jedoch nur vorläufig.

Nach dem Gerichtsbeschluss erhielt der Landesbeamte zunächst wieder sein volles Gehalt. Mit den neuen Erkenntnissen sieht das Innenministerium nun erneut Gründe für eine Kürzung.

Experten untersuchten die Vorwürfe

An der Aufarbeitung des Falls waren auch externe Fachleute beteiligt. Als Ombudsleute wirkten der Landesarchäologe von Schleswig-Holstein Ulf Ickerodt sowie Silviane Scharl vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln.

Nicht Teil des laufenden Disziplinarverfahrens ist das sogenannte „Schlachtfeld von Riol“. Dabei handelt es sich um einen angeblichen Fundort einer historisch überlieferten Schlacht aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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