Frauenstreiks kritisieren Ungleichheit – Proteste am Montag
- Wie hier beim Frauenstreik in der Schweiz soll es nach dem Wunsch der Organisatoren am 9. März auch auf den Straßen in Rheinland-Pfalz aussehen. (Archivbild)
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rheinland-Pfalz. In Städten in Rheinland-Pfalz gehen Frauen am Montag, 9. März, auf die Straße. Die Demonstrationen richten sich gegen strukturelle Ungleichheiten und sollen sichtbar machen, welche Auswirkungen unbezahlte Care-Arbeit und schlechtere Bezahlung im Alltag vor Ort haben.
«Wenn nicht jetzt, wann dann», hat sich Jana Huber gedacht, als sie den Aufruf für die Organisation eines Frauenstreiks am 9. März gesehen hat. Für die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern ist es das erste Mal, dass sie eine Demonstration mit organisiert. Über Social Media, mit Flyern und Plakaten machten sie und die anderen neun Frauen aus dem Mainzer Organisations-Team in den vergangenen Wochen Werbung.
«Wir wollen Frauen mobilisieren, sie aus ihrer häuslichen Umgebung herausholen. Uns ist es wichtig, ihnen zu zeigen, dass sie sich trauen und zusammen etwas bewirken können», sagt Huber. Durch die Streiks solle Frauen eine Stimme gegeben werden.
Protest gegen Ungleichheit auch in Landau
Auch auf dem Rathausplatz in Landau ist am Montag ab 16 Uhr ein Frauenstreik geplant. Schakeela Stark gründete die dortige Organisations-Gruppe, die mittlerweile aus 20 Frauen besteht. «Wir sind zwar alle ganz unterschiedliche Frauen, aber letztendlich bewegt uns alle das Gleiche», sagt sie der dpa. Konkret solle bei dem Frauenstreik gegen strukturelle Ungleichheiten von Frauen protestiert werden. Es gehe um unbezahlte Care-Arbeit, schlechtere Bezahlung und gesellschaftliche Machtstrukturen.
Neben Mainz und Landau sind auch in Speyer und Kaiserslautern Demonstrationen geplant. Die Aktionen sind Teil einer bundesweiten Bewegung: Unter dem Motto #ohneunsstehtallesstill finden am 9. März Frauenstreiks in rund 80 deutschen Städten statt. Organisiert werden sie von der zivilgesellschaftlichen Bewegung «Töchterkollektiv», die Ende vergangenen Jahres entstanden ist.
Konflikt mit patriarchalen Strukturen
Als Vorbild für die bundesweiten Streiks gilt der Frauenstreik in Island am 24. Oktober 1975, als rund 90 Prozent der Isländerinnen ihre Arbeit niederlegten. «Wir wollen auch hier deutlich machen, was es für Auswirkungen hat, wenn die Hälfte der Bevölkerung ihre Arbeit niederlegen würde», erklärt Stark. Der Montag sei bewusst als Streiktag gewählt worden, um den Effekt im Arbeitsalltag sichtbar zu machen.
Da der Frauenstreik in dieser Form erstmals stattfindet, ist die erwartete Beteiligung schwer einzuschätzen. In Mainz und Landau hoffen die Organisatorinnen auf rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Streiks verstehen sich als intersektionale Aktion gegen patriarchale und ausbeuterische Strukturen, gleichzeitig seien alle willkommen – unabhängig von Geschlecht und Identität.
Aktionen von Streikfrühstück bis Fahrradfahren
In Morbach organisieren die Frauennotrufe Idar-Oberstein, Rhein-Hunsrück und Trier am Montag im Café Heimat ein «Streikfrühstück» unter dem Motto «Enough! Genug!». Miriam Kösterkamp vom Frauennotruf Idar-Oberstein sagt: «Wir erleben noch immer viel zu viel sexualisierte Gewalt gegen Frauen, da muss sich noch viel ändern». Ziel sei es auch, auf unbezahlte Care-Arbeit und geschlechterspezifische Benachteiligung aufmerksam zu machen.
Auch der Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rheinland-Pfalz beteiligt sich rund um den Internationalen Frauentag mit Aktionen. Geplant sind Radtouren und Fahrsicherheitstrainings ausschließlich für Frauen, unter anderem in Mainz, Worms, Kusel, Homburg, Zweibrücken, Neustadt und Trier. dpa.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |