Bundeswehr in Sigmaringen: Neuer Heimatschutz-Standort
- Die Bundeswehrkaserne in Sigmaringen wird reaktiviert. (Archivbild)
- Foto: Thomas Warnack/dpa
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Sigmaringen. Für die Region bedeutet das mehr Bundeswehr-Präsenz und neue Infrastruktur: In Sigmaringen soll wieder ein wichtiger Standort für den Heimatschutz entstehen.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur plant die Bundeswehr dort vor allem einen Standort für die Heimatschutzkompanien in der Region. Der Aufstellungsappell für das neue Heimatschutzbataillon 112 ist für Donnerstag, 1. Oktober vorgesehen.
Sigmaringen soll Zentrum für Heimatschutz werden
Dem Vernehmen nach soll Sigmaringen zum Zentrum der Heimatschutz-Einheiten in Baden-Württemberg ausgebaut werden. Künftig sollen die Heimatschutzkompanien „Linzgau“ aus Pfullendorf und „Schwäbische Alb“ aus Stetten am kalten Markt dort üben und Dienst tun. Auf dem Gelände gibt es nach wie vor einen funktionsfähigen Schießstand und einen Truppenübungsplatz.
In der Endstufe könnten laut einem Bericht bis zu 1.000 Soldaten in Sigmaringen stationiert sein. Hintergrund ist auch, dass die Standorte in Stetten am kalten Markt und Pfullendorf als überlastet gelten und Einheiten abgeben sollen.
Unterkünfte sollen in Containerbauweise entstehen
Nach dpa-Informationen will die Bundeswehr in den nächsten Wochen Infrastruktur in Containerbauweise schaffen. Vorgesehen sind Unterkünfte für Soldaten und Flächen für die Verwaltung.
Auf dem Areal der früheren Graf-Stauffenberg-Kaserne befindet sich derzeit noch eine Landeserstaufnahmestelle mit mehreren Hundert Menschen. Nach einem Medienbericht wird an einem Plan gearbeitet, die Einrichtung an die LEA-Nebenstelle in Tübingen anzugliedern.
Bürgermeister sieht Gelände als besonders geeignet an
Bürgermeister Marcus Ehm erklärte, Erkundungen hätten bestätigt, dass sich die Liegenschaft für eine künftige Nutzung durch die Bundeswehr in besonderem Maße eigne. Nach seinen Angaben besteht bei der Bundeswehr Bedarf, das Gelände möglichst rasch für die Umsetzung des neuen Wehrdienstes zu reaktivieren.
Vor der Schließung der Kaserne im Jahr 2014 gab es in Sigmaringen zwischen 2.500 und 3.000 Dienstposten. Das Verteidigungsministerium hatte im Herbst 2025 die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte gestoppt und dies mit dem steigenden Bedarf durch die geplante Vergrößerung der Bundeswehr begründet.
Neuer Wehrdienst erhöht den Bedarf
Seit 1. Januar gilt der neue freiwillige Wehrdienst. Volljährige Männer und Frauen erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erfassen. Für junge Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, für junge Frauen freiwillig.
Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und auf geänderte Nato-Ziele. Die aktive Truppe soll auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals lag ihre Zahl bei rund 185.000. Hinzu kommen soll eine Reserve von 200.000 Männern und Frauen. Werden diese Zielkorridore verfehlt, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden. dpa/red
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |