Wo der Himmel mit der Größe prahlt
Mystisches Nordfriesland mit dem Gravelbike
- Foto: Michael Bartholomaeus
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Mit dem Gravelbike auf dem längsten Radweg der Welt.
Der Nordsee-Radweg ist rund 6.000 km lang und führt durch mehrere Länder.
Starke Winde, Wattenmeer, Ebbe und Flut, reetgedeckte Häuser, Krabbenkutter
und Himmel soweit der Horizont reicht.
Frischer Fisch, Lammspezialitäten in höchster Qualität und gute Biere.
Das ist Nordfriesland (Schleswig-Holstein) mit dem Wattenmeer und saftigen Wiesen
an der Nordsee.
Eine mystische Landschaft mit Millionen Vögel aller Art und
zwei mal täglich Gezeitenwechsel.
Mein Kollege aus Österreich Dr. Henning Heilmann und der Autor sowie mit Rucksack am Rücken,
befüllt mit allem Equipment für 4 Tage Gravelbiken, radeln diese 3-Etappen Tour
bei über insgesamt 155 km.
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Bevorzugt mit dem E-Bike, Mountainbike, Trekkingbike und Gravelbike am Wattenmeer unterwegs.
Für Rennradfahrer sind die traumhaft geteerten Radwege zwar ideal,
doch die Schafe lieben es, diese mit ihrem Kot zu pflastern. Somit doch lieber mit dicken Reifen rollen.
Etappen wegen möglichem Gegenwind besser nicht über 50 Km wählen.
Bitte bedenken:
Seewinde blasen meist von links oder rechts auf den Radler. Dazu kommt der Fahrtwind.
So wirkt der dann entstehende scheinbare Wind stets von vorne.
Es scheint, als wenn in dieser Gegend das Wetter und der Wind erfunden zu sein.
Mal bläst der Wind mit 8 Windstärken direkt ins Gesicht oder eben leider viel zu selten Raumschots.
Bei Gegenwind wünscht sich jeder Radfahrer einen Elektromotor, aber bei Rückenwind
gerät er in einen Geschwindigkeitsrausch.
Dauerregen hat dank den Seewinden meist keine Chance.
Regenschauer sind jedoch immer möglich.
Der Sommer ist mit 20-25 Grad relativ mild und der Golfstrom sorgt für gemäßigte Winter.
Tipp:
Wenn Sie mit dem Bike in der Bahn anreisen, wählen Sie unbedingt den Umstieg
in Hamburg-Altona und nicht Hamburg Hauptbahnhof.
Die Anreise dauert zwar ca. 20 Minuten länger, erspart jedoch Stress des schmalen Bahnsteigs
und den sehr vielen Menschen im Hauptbahnhof Hamburg auf den ICE Steigen.
Sinnvoll ist die Radtour in Büsum direkt an der Nordsee zu starten.
Stilvolle Hotels und Bars sowie authentische Gastronomie bieten verlockende
Angebote im Ort selbst und auch am Damm in der familiären Perlebucht.
Büsum, ursprünglich eine Insel, ist seit 1585 mit dem Festland verbunden.
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Diese künstlich angelegte Bucht lädt zum Chillen in Strandkörben ein,
aber auch zum Saunieren und Schlafen in der Nacht, mit Meeresrauschen in den Körben.
Von der Kommune Büsum wurden zwei künstliche Meeresbecken
mit ca. 1,60 m Wassertiefe hinter dem Damm angelegt. Getrennt ist der Badesee
vom sicheren Surfrevier.
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Noch ein Geheimspot für Surfanfänger aller Art.
Bei Starkwind trifft sich auf dem Wasser die Kitesurf-Elite mit hohen und weiten Flügen
sowie der "Straßenbahnwende" auf dem "fliegenden" Wasser.
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Büsum bietet viele Events sowie Kultur über das ganze Jahr an und gilt als die Hochburg
der Krabbenfischerei. 1.865 Tonnen (!) davon sind 2024 in Büsum angelandet.
Nicht weniger interessant ist auch die 2. Etappe mit dem Rad nach Sankt-Peter-Ording
und 45 Km Länge, vorbei am mächtigen Eider – Sperrwerk sowie den vielen
schmucken reetgedeckten Häusern.
Das Highlight der Tagestour ist sicherlich der abseits gelegene Leuchtturm Westerhever,
der auf keinem Foto fehlen darf.
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Die spannende und sehr unterhaltsame Führung im Leuchtturm auf Plattdeutsch
wird leider ausschließlich per Online-Buchung angeboten. Unbedingt zeitig vor buchen!
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In Sankt-Peter-Ording findet der anspruchsvolle Biertrinker fast alle Bierspezialitäten
der mehrfach ausgezeichneten Brauerei Störtebeker günstig im hiesigen Edeka-Markt.
Kommt zwar von der Ostsee, doch die Lieferwege sind kurz.
Auch das ausgefallene Roggen-Weizenbier der Brauerei ist in SPO erhältlich. Inzwischen ist es unser Lieblingsbier.
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Ansonsten bietet dieser Ort viel Strand und die Dünentherme sowie reichlich Gastronomie.
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Die Hafenstadt Husum ist mit Büsum die schönsten Städte am Watt mit bunten Häusern,
ganz der Nähe zu Dänemark.
Husum ist die Kreisstadt von Nordfriesland und war bis 1987 eine Marschinsel.
Sie ist inzwischen mit einem Damm mit dem Festland verbunden.
Spezialitäten sind auch hier Husumer Krabbenbrötchen, Pannfisch, Halligbrot und Salzwiesenlamm.
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Die letzte Etappe von Husum nach Niebüll nimmt 65 Km in Anspruch.
Bei dieser Tour nach Niebüll begleitet uns mit sehr viel Information der Chef des Nordsee-Tourismus
Frank Ketter.
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Die 20 Km Umweg zur planmäßigen 45 Km Etappe gilt als das Highlight der gesamten Tour.
Zum einen kann der Radler das Vogelbeobachtungshaus des NABU auf dem Schafsberg
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besuchen um sich dann anschließend mit einem Gaumenschmaus im
Restaurant Hallig Krog zu belohnen.
Der als Traumschiff Koch bekannte Erik Brack bietet hier auf der Hamburger Hallig
gehobene Küche zum fairen Preis.
Legendär sind die Lammfrikadellen und die Bouillabaisse.
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Vorher besuchen wir allerdings die Nationalpark-Ausstellung der UNESCO
im Beltringharder Koog in Hatterstedtermarsch.
Die spannende Ausstellung zeigt die verschiedenen Küstenlebensräume im Koog
und Weltkulturerbe Wattenmeer.
Das Etappen- und Endziel ist Niebüll. Startbahnhof für den Autozugverkehr nach Sylt.
Hier beenden wir die Watt-Tour und steigen in den Zug nach Hamburg.
Fazit:
* So viel Himmel und Wind ist in Nordfriesland Alleinstellungsmerkmal.
* Auf den Deichen der Küste gibt es mehr Schafe als es in Nordfriesland Menschen gibt.
* Krabbensuppe und Lamm in allen Variationen sind die Spezialitäten Nordfrieslands.
* Das beste und reichhaltigste Frühstück wird in der Bretterbude Büsum gereicht.
* Die größte Auswahl an besten prämierten Bieren findet man im Edeka Lück in St. Peter Ording.
Tipp:
Reisen Sie mit der Bahn an und leihen vor Ort ein E-Bike. Etwa in Büsum.
Die 4-Tagesrate liegt bei lediglich 88,00 €.
Langfristige Vorbuchung in der Saison empfehlenswert.
Achtung: Die Mitnahme des Fahrrades in der Bahn kostet derzeit zwischen 4,50 € und 7,00 € ganztags.
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Autor:Michael Bartholomaeus aus Karlsruhe |
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