Razzia in Rheinland-Pfalz: Hells-Angels-Netzwerk im Fokus
- Einsatzkräfte der Polizei stehen am Mittwochmorgen vor einem Haus in Duisburg
- Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Rheinland-Pfalz. Wer am Mittwochmorgen Polizeieinsätze im nördlichen Rheinland-Pfalz bemerkt hat, kann sie einem europaweiten Großeinsatz gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk zuordnen. Nach Angaben der Polizei in Duisburg sind mehr als 1.000 Einsatzkräfte in Deutschland und weiteren europäischen Ländern im Einsatz.
Im Mittelpunkt stehen ein internationales Netzwerk von Geldwäschern sowie eine kriminelle Vereinigung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich dabei um die „Hells Angels“. Laut Polizei gibt es 71 Beschuldigte. Mehr als 100 Objekte sollen durchsucht werden.
Was über die Maßnahmen in Rheinland-Pfalz bekannt ist
Das Innenministerium in Mainz bestätigte „Maßnahmen“ in Rheinland-Pfalz, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Die Federführung für das Verfahren und den Einsatz liegt in Nordrhein-Westfalen. Nach dpa-Informationen war die Polizei im Norden von Rheinland-Pfalz im Einsatz.
Die Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, welche Orte in Rheinland-Pfalz konkret betroffen waren. Parallel laufen laut Polizei Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin und Bayern sowie in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden.
Haftbefehle und Vermögenswerte in Millionenhöhe
Nach Angaben der Polizei sollen im Zuge des Einsatzes auch mehrere Haftbefehle vollstreckt werden. Insgesamt sollen Vermögenswerte in Höhe von 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt werden.
Den Beschuldigten werden nach Behördenangaben unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Außerdem geht es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
Ermittler sehen internationale Wirtschaftskriminalität
Federführend ermitteln die Staatsanwaltschaft Duisburg und die Polizei. Auch das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in Nordrhein-Westfalen ist eingebunden. Die Ermittler sehen in dem Fall ein Beispiel für Verflechtungen zwischen Organisierter Kriminalität und internationaler Wirtschaftskriminalität.
Nach Darstellung der Behörden sollen erhebliche Geldbeträge durch Verschleierungshandlungen in einen künstlichen Wirtschaftskreislauf gebracht worden sein. Durch Straftaten erlangtes Vermögen sei demnach unter anderem in Firmen und Grundbesitz investiert worden.
In Duisburg beobachtete ein dpa-Reporter am Mittwochmorgen einen sehr großen Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften an der Adresse eines einflussreichen „Hells Angels“-Rockers. Laut „Bild“ laufen die Ermittlungen seit mehr als vier Jahren. Ausgangspunkt sei eine Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt im Mai 2022 gewesen, bei der Rocker und Mitglieder einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten waren. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |