Mehr Missbrauchsfälle in Rheinland-Pfalz: Neue BKA-Zahlen
- Die Polizei registriert steigende Fallzahlen bei sexueller Gewalt gegen Kinder und sieht ein großes Dunkelfeld. (Symbolbild)
- Foto: Jan Woitas/dpa
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Berlin. Sexuelle Gewalt gegen Kinder bleibt auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland ein drängendes Sicherheitsproblem. In Berlin hat das Bundeskriminalamt neue Zahlen vorgelegt, nach denen die registrierten Fälle in Deutschland weiter gestiegen sind.
Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei bundesweit 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs. Das waren rund 1.600 mehr als im Jahr 2021 und 772 mehr als im Vorjahr. Für Rheinland-Pfalz weist das Bundeslagebild 751 Fälle aus. Im Saarland wurden 121 Fälle registriert.
Mehr Opfer und mehr Tatverdächtige
Nach Angaben des BKA wurden im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern insgesamt 18.736 Opfer registriert. Das entspricht einem Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann in der Statistik mehrfach gezählt werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der erfassten Opfer waren Mädchen und 4.866 Jungen.
Auch die Zahl der Tatverdächtigen nahm zu. Sie stieg von 12.368 auf 12.823. Laut Bericht handelt es sich überwiegend um männliche Tatverdächtige, die allein handeln. In mehr als der Hälfte der Fälle bestand zwischen Opfern und Tatverdächtigen bereits eine Vorbeziehung.
Auch bei Jugendlichen steigt die Zahl
Bei Jugendlichen registrierte die Polizei bundesweit 1.239 Fälle nach 1.191 im Vorjahr. Strafrechtlich gelten Personen unter 14 Jahren als Kinder.
Das Bundeslagebild wurde von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, BKA-Präsident Holger Münch und der Missbrauchsbeauftragten Kerstin Claus vorgestellt. Es wertet die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus und betrachtet vor allem sexuellen Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen.
Statistik zeigt nur bekannte Fälle
Das BKA weist darauf hin, dass die Statistik nur das sogenannte Hellfeld abbildet, also Straftaten, die der Polizei bekannt wurden und von ihr bearbeitet wurden. Auch das Anzeigeverhalten beeinflusst die Zahlen. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist zudem von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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