Großeinsatz in Pforzheim: Unruhe in Abschiebehaft beendet
- In einer Abschiebehaftanstalt in Pforzheim kam es zu Unruhen. (Symbolbild)
- Foto: Sebastian Gollnow/dpa
- hochgeladen von dpa content
Pforzheim. Ein größerer Polizeieinsatz in der Abschiebungshafteinrichtung ist am Donnerstag, 1. Oktober, ohne weitere Eskalation beendet worden. Rund 20 Häftlinge hatten aus Unzufriedenheit über Einschränkungen ihrer Freizeit den Gemeinschaftsraum im Untergeschoss nicht verlassen wollen.
Die Freizeit hatte an diesem Tag verspätet begonnen. Zuvor war es am Nachmittag zu einem separaten Körperverletzungsdelikt zwischen Häftlingen gekommen. Als die Gruppe den Freizeitbereich nach dem vorgesehenen Tagesablauf nicht verlassen wollte, schloss das Personal die Tür. Damit sollte eine weitere Zuspitzung verhindert werden.
Polizei verhandelte über Sprechanlage
Die Polizei rückte mit zahlreichen Kräften an. Auch eine Verhandlungsgruppe und eine Dolmetscherin waren im Einsatz. Über eine Sprechanlage nahmen sie Kontakt zu den Betroffenen auf. Die Gruppe zeigte sich schließlich kooperativ. Die Häftlinge wurden einzeln in ihre Unterbringungsbereiche zurückgebracht.
Nach aktuellem Kenntnisstand wurde ein Häftling leicht verletzt. Mitarbeiter wurden nicht verletzt. Während der Unruhe kam es laut Polizei zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen. Wie ein Häftling eine Verletzung an der Lippe erlitt, ist noch unklar.
Angriff auf Mithäftling wird gesondert untersucht
Bereits am Nachmittag sollen mehrere Häftlinge einen Mithäftling in dessen Zimmer angegriffen und leicht verletzt haben. Der Mann kam in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt zum Ablauf und zum Motiv. Nach ersten Erkenntnissen besteht kein direkter Zusammenhang zwischen diesem Angriff und der späteren Unruhe. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |