Evakuierung wegen Bombe in Pforzheim: Bis zu 30.000 müssen heute raus

Die Entschärfung dürfte bis zum Nachmittag dauern. (Symbolbild) | Foto: Frank Molter/dpa
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Pforzheim. Zehntausende Menschen müssen am Sonntag ihre Wohnungen verlassen. In Pforzheim wird eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe entschärft. Rund 27.000 bis 30.000 Bewohner müssen nach Angaben der Stadt bis spätestens 8 Uhr den Evakuierungsbereich verlassen.

Betroffen ist ein Radius von etwa 1,5 Kilometern rund um die Fundstelle an der Ecke Dammstraße und Stückelhäldenstraße in der Oststadt. Dort war die Bombe vom Typ HC-4000 bei Bauarbeiten für einen Quartierspark entdeckt worden. Die reine Sprengstoffmasse beträgt rund 1,35 Tonnen.

Für Betroffene richtet die Stadt Notunterkünfte ein. Zwei Anlaufstellen stehen bereit. Bei Bedarf sollen weitere geöffnet werden.

Einschränkungen bei Bahn und ÖPNV

Die Maßnahmen betreffen auch Teile der Innenstadt. Der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart wird deutlich eingeschränkt. Auch im öffentlichen Nahverkehr fallen einzelne Verbindungen aus.

Keine Auswirkungen gibt es dagegen auf die Autobahn. Sie bleibt nach Angaben der Stadt befahrbar. Auch das Helios Krankenhaus liegt außerhalb des Sperrbereichs.

Die Stadt informiert über ihre Internetseite und soziale Medien fortlaufend über den Stand der Entschärfung. Nach Einschätzung eines Sprechers könnten die Arbeiten bis in den Abend dauern.

Experten sehen bekannte Zünder

Bombenentschärfer Mathias Peterle erklärte dem SWR, dass eine Bombe dieser Größe zwar ungewöhnlich sei. Die verbauten Zünder seien jedoch bekannt. „Jeder von uns hat die schon zigmal ausgebaut. Von daher ist es nichts Neues und nichts, was uns in Unruhe versetzen würde.“

Nach Angaben der Stadt besteht aktuell keine akute Gefahr für die Bevölkerung. Oberbürgermeister Peter Boch sprach von einer außergewöhnlichen Herausforderung. Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeiteten eng zusammen.

Erinnerung an den Angriff von 1945

Pforzheim war im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört worden. Am 23. Februar 1945 bombardierte die Royal Air Force die Stadt. Innerhalb von 22 Minuten wurde sie weitgehend zerstört. Rund 18.000 Menschen kamen ums Leben.

Jedes Jahr erinnert eine Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof an den Angriff. Während der damaligen 22 Minuten des Bombardements läuten ab 19.50 Uhr die Kirchenglocken der Stadt. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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