Brand im Umspannwerk Reutlingen: Hier gibt es immer noch keinen Strom
- Die Polizei ermittelt zur Brandursache.
- Foto: Christoph Schmidt/dpa
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Reutlingen. Tausende Haushalte und mehrere Gemeinden waren in der Nacht zum Montag, 8. Juni, plötzlich ohne Strom. Ursache war ein Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen, der in der Spitze rund 20.000 Haushalte und etwa 40.000 Menschen betraf.
Die Feuerwehr wurde um 1.43 Uhr über den Stromausfall informiert. Zwei Minuten später ging der Hinweis auf einen Brand im Umspannwerk ein. Nach Angaben der Einsatzkräfte standen zwei Transformatoren in Flammen. Gegen 2.15 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Um 3.30 Uhr galt der Brand als gelöscht. Rund 200 Einsatzkräfte waren beteiligt.
Das Umspannwerk Reutlingen Mitte konnte nach Angaben der Stadt seit 6 Uhr wieder in Betrieb gehen. Von dort aus wurde die Stromversorgung der Kernstadt wiederhergestellt. Dennoch kam es auch im Tagesverlauf noch zu Einschränkungen.
Was bisher bekannt ist
- Ausmaß des Stromausfalls: In der Spitze waren etwa 20.000 Haushalte ohne Strom. Innenminister Manuel Hagel sprach von rund 7.600 Gebäuden und etwa 40.000 betroffenen Menschen.
- Technische Folgen: Die Störung begann gegen 1.37 Uhr im Umspannwerk Reutlingen West. Kurz darauf fiel die Anlage komplett aus. Zwei wichtige Leitungen zum Umspannwerk Reutlingen Mitte waren ebenfalls betroffen.
- Versorgung am Montag: Seit etwa 6 Uhr ist die Reutlinger Kernstadt wieder versorgt. Am Montag wurden auch viele Haushalte in Betzingen und Ohmenhausen wieder ans Netz angeschlossen.
- Weiterhin ohne Strom: Am Montagabend gab es weiterhin Ausfälle im Industriegebiet Mark West sowie in den Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil.
- Folgen für Einrichtungen: Das Reutlinger Kreisklinikum wurde zunächst über Notstromaggregate versorgt. Zehn Operationen mussten verschoben werden. Inzwischen ist die Stromversorgung dort wieder hergestellt.
- Unterstützung für Betroffene: Für Menschen ohne Strom richtete die Stadt einen Notfalltreffpunkt ein. Dort können Geräte geladen oder Babynahrung erwärmt werden.
Hinweise auf mögliche Brandstiftung
Nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW wurden drei Brandstellen entdeckt. Zudem seien Zaun und Gelände vor der Anlage beschädigt. Ermittler prüfen daher auch einen möglichen gezielten Brandanschlag.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte im ZDF, es spreche vieles dafür, dass es sich um einen Brandanschlag handeln könnte. Auch das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft sehen Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Tat. Das Staatsschutz und Anti Terrorismus Zentrum des Landes ermittelt.
Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen. Bei technischen Anlagen könnten Brände auch gleichzeitig entstehen.
Was noch unklar ist
- Ursache: Ob tatsächlich Brandstiftung vorliegt, ist noch nicht bestätigt. Bekennerschreiben gibt es bislang nicht.
- Dauer der Einschränkungen: Reparaturarbeiten laufen. Eine verlässliche Prognose für die vollständige Wiederherstellung gibt es noch nicht. Der Netzbetreiber hält bis zu 48 Stunden für möglich.
- Höhe des Schadens: Nach dpa Informationen könnte der Schaden mehrere Millionen Euro betragen. Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor.
Für viele Haushalte in Reutlingen und den umliegenden Gemeinden bleibt damit unklar, wann die Stromversorgung wieder vollständig stabil läuft. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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