Brand an Umspannwerk Reutlingen: Hinweise auf linksextreme Täter
- Ermittler stehen am Umspannwerk in Reutlingen.
- Foto: Christoph Schmidt/dpa
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Reutlingen. Nach dem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen prüfen Sicherheitsbehörden eine mögliche Verbindung zur linksextremen Szene. Fachleute sehen Parallelen zu früheren Brandanschlägen auf Stromanlagen in Berlin.
Nach Einschätzung von Sicherheitskreisen deutet die Vorgehensweise der Täter auf ein linksextremistisches Motiv hin. Ein solcher Hintergrund gilt zumindest als möglich. Offizielle Ermittlungen laufen.
Nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz Baden Württemberg wird der gewaltorientierten linksextremistischen Szene in Reutlingen derzeit nur eine niedrige zweistellige Zahl von Personen zugerechnet. Diese Akteure gelten der Behörde als Teil der autonomen Szene.
Zugleich sehen die Sicherheitsbehörden mögliche Verbindungen in andere Städte der Region. Wegen der geografischen Nähe könnten Kontakte in die Szenen von Tübingen und Stuttgart bestehen.
Allerdings gibt es laut Verfassungsschutz im Land bislang keine Gruppierungen, die in Größe und Einfluss mit bekannten linksextremistischen Strukturen in Berlin vergleichbar wären.
Mehr Straftaten im Südwesten registriert
In Baden-Württemberg zählt der Verfassungsschutz insgesamt rund 2700 Menschen zur linksextremistischen Szene. Davon gelten etwa 850 als gewaltorientiert.
Der Verfassungsschutzbericht beschreibt das politische Ziel der Szene als grundlegende Veränderung der bestehenden Wirtschafts und Gesellschaftsordnung. Teile der Bewegung strebten eine sozialistische oder kommunistische Staatsform oder eine herrschaftsfreie anarchistische Ordnung an.
Neben Parteien und festen Organisationen gehört auch eine subkulturelle Szene dazu. In diesem Umfeld sind autonome Gruppen aktiv. Gewalt gilt dort teilweise als zulässiges Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele.
Nach Behördenangaben wurden im Jahr 2024 landesweit 342 linksextremistisch motivierte Straftaten registriert. Darunter waren 34 Gewalttaten. Beide Zahlen lagen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Als möglicher Grund werden unter anderem die Europa und Kommunalwahlen genannt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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