Baby in Trier ausgesetzt: So oft Babyklappen genutzt werden
- Solche sogenannten Babyfenster sind für Mütter in Not gedacht. (Symbolfoto)
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Rheinland-Pfalz. Nach dem Fund eines ausgesetzten Säuglings in Trier rückt ein selten genutztes Hilfsangebot wieder in den Blick. Babyklappen und Babyfenster sollen Müttern in extremen Notlagen einen sicheren Ausweg bieten.
Babyfenster oder Babyklappen sind als letzter Ausweg gedacht. Frauen können dort ihr Neugeborenes anonym abgeben. Gründe können eine verdrängte Schwangerschaft, massive Überforderung, eine Vergewaltigung oder Gewalt im familiären Umfeld sein.
Nach Angaben des rheinland pfälzischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend wurden von 2000 bis 2018 insgesamt 46 Säuglinge in Babyfenstern oder Babykörben im Land abgelegt. Für den Zeitraum von 2019 bis 2023 wurden zwölf weitere Kinder registriert. Neuere Zahlen liegen derzeit nicht vor.
Mehrere Babyklappen im Land
In Rheinland Pfalz gibt es mehrere solcher Einrichtungen. Dazu gehören Angebote in
- Trier
- Mainz
- Koblenz
- Kaiserslautern
In Trier wurde nach Angaben der Betreiber in den Jahren 2019, 2020 und 2022 jeweils ein Kind abgelegt. Die Säuglinge konnten anschließend direkt an Adoptionspflegefamilien vermittelt werden.
Anonyme Geburt als Alternative
Neben der Babyklappe gibt es auch die Möglichkeit einer anonymen Geburt. Diese Variante gilt als sicherer für Mutter und Kind. Die Entbindung erfolgt dabei unter ärztlicher Betreuung. Manuela Zupan, Seniorleiterin des Ruländer Hofs der Vereinigten Hospitien in Trier, erklärt, dass die Mutter das Kind nach der Geburt anonym zurücklassen kann. Medizinische Versorgung und Betreuung sind dabei gewährleistet.
Ermittlungen nach ausgesetztem Baby
Am Samstag, 13. Juni, soll eine 21 Jahre alte Frau ihr drei Tage altes Baby in einem Trierer Park ausgesetzt haben. Zeugen entdeckten den männlichen Säugling im Gebüsch und kümmerten sich um das Kind, bis die Polizei eintraf. Nach ersten Angaben ging es dem Baby gut. Die Mutter sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Aussetzung in Tateinheit mit versuchtem Totschlag. Die Ermittlungen dauern an. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |