Wenn Bürgerprotest verpufft: Talk über Windkraft und Mitbestimmung
- „Fakt ist! Aus Erfurt“ macht Windkraft zum Thema
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TV-Tipp. Windkraft spaltet vielerorts die Stimmung: Was zählt mehr, Naturschutz oder der Ausbau erneuerbarer Energien, und wie viel Einfluss hat Bürgerbeteiligung am Ende wirklich? Genau darum geht es am 8. April bei „Fakt ist! Aus Erfurt“ in der Ausgabe „Windwut auf dem Land – Wenn Protest ins Leere läuft“. Kathleen Bernhardt und Lars Sänger moderieren den Talk, bei dem das Live-Publikum im Studio den Gesprächsverlauf aktiv mitprägt.
Bürgerbeteiligung bei Windkraft: Was sie leistet und was nicht
Anika Klafki von der Universität Jena ordnet die Erwartungen ein: „Bei der Planung von Windkraftanlagen ist eine Bürgerbeteiligung keine Abstimmung“. Die Professorin für öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften beobachtet dabei häufig, dass Bürgerinnen und Bürger ein direktdemokratisches Verfahren erwarten, was später bei Gegnern von Windkraftanlagen in Enttäuschung und Frustration münden könne.
Julia Zilles, Protestforscherin von der Universität Göttingen, blickt auf die Dynamik hinter dem Widerstand: „Die Protestierenden sind davon überzeugt, etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun“. Gleichzeitig beschreibt sie ein Muster, das sie bei vielen Planungs- und Bauprojekten sieht: Am Anfang seien die Mitwirkungsmöglichkeiten groß, das Interesse aber oft klein, und wenn später die Bagger rollen, steige die Betroffenheit, dann sei es für Mitwirkung zu spät.
Mit am Podium sitzt außerdem Michael Brodführer, Landrat des Wartburgkreises und Vorsitzender der Regionalen Planungsgemeinschaft Mittelthüringen. Er versteht seine Aufgabe in der Moderation solcher Prozesse, müsse am Ende aber die Interessen aller wahren, auch derer, die mit der Situation einverstanden sind.
„Fakt ist! Aus Erfurt“ läuft am 8. April ab 20.15 Uhr im Livestream auf mdr.de/fakt-ist und ab 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen, danach steht die Sendung ein Jahr in der ARD-Mediathek. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |