Sehnsucht bei Ai Weiwei: Er will zurück nach China

Ai Weiwei, Künstler und Aktivist aus China, steht bei seiner Ausstellung «Making Sense» im Londoner Design Museum. | Foto: Kin Cheung/AP/dpa-mag
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Ai Weiwei. Der chinesische Künstler hat in der ARD-Talkshow «Maischberger» einen selten persönlichen Einblick gegeben und offen über seine Sehnsucht nach der Heimat gesprochen. Trotz politischer Verfolgung sagte er, dass er am liebsten längst nach China zurückgekehrt wäre.

«Ich möchte schon gestern zurückgekehrt sein», sagte Ai Weiwei in der Sendung. Besonders bewegend wirkte seine Schilderung, wie sehr ihm die eigene Sprache fehlt. Er habe «viel zu lange schon nicht mehr die Gelegenheit gehabt, meine eigene Sprache zu sprechen».

Der Künstler erklärte auch, wie schwer es für ihn sei, sich in einer fremden Sprache wirklich präzise auszudrücken. Er spreche zwar gern in der Sendung, «aber nach dem Gespräch werde ich durchaus traurig sein, weil es einfach nicht meine Sprache ist, und ich kann kaum 10 Prozent dessen ausdrücken, was ich im Kopf habe», sagte Ai Weiwei. Es tue ihm «wirklich sehr leid», dass er kein Deutsch sprechen könne.

Zwischen Heimatliebe und politischer Verfolgung

Gerade dieser Widerspruch macht seine Aussagen so eindringlich. Ai Weiwei vermisst China, obwohl er dort nach eigenen Angaben politisch verfolgt wurde. «Und ja, ich vermisse China, auch wenn ich dort so schlecht behandelt worden bin», sagte er in der ARD-Sendung.

Seit dem Jahr zweitausendfünfzehn lebt der international bekannte Künstler in Europa. Lange war Deutschland sein Lebensmittelpunkt, inzwischen lebt er unter anderem in Großbritannien und Portugal. Für Fans, Kulturinteressierte und die Kunstszene ist sein Auftritt auch deshalb relevant, weil er zeigt, wie stark Herkunft, Sprache und Identität selbst im Exil nachwirken. Wie es für Ai Weiwei weitergeht, bleibt offen. Seine Sehnsucht nach China hat er nun aber so klar formuliert wie lange nicht. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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