Müllkritik an Rock am Ring bei Nürburg: Umwelthilfe fordert Mehrweg
- Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert große Musikfestivals für ihr Müllmanagement.
- Foto: Thomas Frey/dpa
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Nürburg. Große Musikfestivals geraten wegen ihres Müllaufkommens stärker in den Fokus. Auch das bekannte Rock am Ring am Nürburgring wird in einer aktuellen Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe genannt.
Die Organisation kritisiert die Abfallkonzepte vieler großer Veranstaltungen in Deutschland. Nach einer Umfrage unter zehn der größten Festivals fordert sie deutlich mehr Mehrwegsysteme, bessere Mülltrennung und nachhaltigere Sanitärlösungen.
DUH Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz erklärte: „Festivals sollen Spaß machen. Aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden.“ Andere Großveranstaltungen und Volksfeste zeigten bereits, dass konsequente Mülltrennung und Mehrwegsysteme funktionieren.
Für die Untersuchung befragte die Umwelthilfe zwischen Dezember und Februar die Festivals Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air. Besonders kritisch sieht die Organisation den weiterhin verbreiteten Einsatz von Einwegverpackungen.
Unterschiedliche Ergebnisse bei Rock am Ring
In einzelnen Bereichen schneiden Rock am Ring und das Schwesterfestival Rock im Park laut DUH besser ab. Positiv bewertet wird der Einsatz von Mehrwegbechern für Getränke sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Einwegartikeln beim Merchandise.
Nachholbedarf sieht die Organisation jedoch bei mehreren Punkten. Dazu gehören Mehrwegsysteme für Essensangebote, konsequente Mülltrennung sowie der Einsatz von Komposttoiletten. Bei Maßnahmen gegen Vermüllung landeten beide Festivals in der Untersuchung im roten Bereich.
Nach Angaben der DUH setzen bislang 12 von 68 Essensständen bei Rock am Ring Mehrwegverpackungen ein. Das Festival gehöre damit zu den wenigen Veranstaltungen, die erste Schritte in diesem Bereich unternommen hätten.
Veranstalter verweist auf Ausbau von Nachhaltigkeit
Der Veranstalter von Rock am Ring betont, Nachhaltigkeit sei ein fortlaufender Prozess. Ziel sei es, Abfälle zu vermeiden und Recycling stärker zu fördern.
Bereits im Jahr 2025 wurde demnach das sogenannte Green Camping erweitert. Dort liegt der Schwerpunkt auf Naturschutz und Mülltrennung. Zudem arbeitet das Festival nach eigenen Angaben an verbesserten Sammel und Entsorgungssystemen sowie an Informationsangeboten für Besucher.
In einem Teilbereich des Geländes wird bereits ausschließlich Mehrweggeschirr genutzt. Eine Ausweitung auf weitere Bereiche ist geplant.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert von Festivalveranstaltern unter anderem:
- Mehrweg für Getränke und Speisen auf dem gesamten Gelände
- konsequente Mülltrennung auf Festival und Campingflächen
- stärkeren Einsatz von Kompost oder Trockentrenntoiletten
Nach Ansicht der Organisation könnte so die große Menge an Müll bei mehrtägigen Musikveranstaltungen deutlich reduziert werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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