Kurt-Magnus-Preis: Diese fünf Audiotalente der ARD gewinnen 2026
- Kurt-Magnus-Preis der ARD 2026.
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Fünf junge Stimmen, fünf sehr unterschiedliche Themen, und am Ende ein Preis, der im Radio richtig Gewicht hat. Am 30. April hat die ARD in Frankfurt am Main den Kurt-Magnus-Preis 2026 vergeben.
Ausgezeichnet wurden Selin „Selly" Kahya, Rebecca Barth, Luisa Meyer, Mia von Hirsch und Sophie Anggawi. Ihre Arbeiten reichen von Politik-Erklärformaten und jungen Morningshow-Momenten bis zu Reportagen aus Krisengebieten und sensiblen Porträts.
Erster Preis für Selin „Selly" Kahya: junges Publikum, harte Themen
Den ersten Preis bekommt Selin „Selly" Kahya vom rbb. Sie verbindet lockere Moderation in der „Fritz Frühschicht" mit inhaltlicher Tiefe und bereitet im Politikformat „Berlin Code" als Vertretung für Linda Zervakis bundespolitische Fragen verständlich auf.
Jury-Mitglied und Radio Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch bringt es in seiner Laudatio so auf den Punkt: „Selly versteht ihr journalistisches Handwerk, und sie weiß es einzusetzen - genauso gut verspielt wie seriös", sagt Weyrauch.
Kahya selbst beschreibt, warum sie gerade junge Menschen erreichen will. „Als Frau mit Migrationshintergrund ist es mir besonders wichtig, junge Menschen zu erreichen, und wenn nur ein Mädchen oder ein Junge mit Migra-Background sagt: 'Hey, die Frau da im Radio oder im Podcast hat einen ausländischen Namen und wenn sie das kann, dann kann ich das auch', oder durch mich als eine von vielen, die das öffentlich-rechtliche Programm repräsentiert, versteht, dass wir Programm für alle machen, dann hab ich schon viel von dem erreicht, was ich erreichen wollte. Das macht mich stolz, glücklich und dankbar", sagt Kahya.
Aus Kiew in den ARD-Hörfunk: Rebecca Barth erhält den zweiten Preis
Der zweite Preis geht an Rebecca Barth vom WDR. Sie berichtet seit Juni 2022 aus Kiew für den ARD-Hörfunk und ordnet die Entwicklungen des Krieges laut Jury differenziert ein, auch mit Blick auf langfristige Folgen für die Gesellschaft.
hr-Programmdirektorin Julia Krittian beschreibt in ihrer Laudatio die besondere Balance in Barths Arbeit: „Deine Stärke liegt dabei in einer seltenen Balance zwischen analytischer Distanz und menschlicher Nähe. Du hörst zu, ohne zu vereinnahmen. Du ordnest ein, ohne zu belehren. Du schaffst Empathie, ohne Emotionen zu instrumentalisieren", sagt Krittian.
Barth formuliert ihren eigenen Anspruch klar: „Ich möchte mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Dokumentation des größten Krieges in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg leisten.", sagt Barth.
Doppelt Platz drei: Religion, Gesellschaft und Reportagen zwischen Hessen und USA
Einen dritten Preis bekommt Luisa Meyer vom Deutschlandradio. Seit Februar 2024 arbeitet sie als Redakteurin des Religionsmagazins „Tag für Tag" und des Features „Aus Religion und Gesellschaft" im Deutschlandfunk, moderiert, plant, recherchiert und schreibt selbst.
sr-Programmdirektorin Sonja von Struve sagt in ihrer Laudatio: „Wir würdigen hier heute als Jury eine junge Frau, die sich bewusst gegen den einfachen Weg entscheidet - und zeigt, wie wertvoll es ist, wenn junge Journalistinnen den Anspruch haben, schwierige Themen nicht zu vermeiden, sondern sie klug, kritisch und fundiert zu erzählen", so von Struve. Meyer selbst sagt: „In meiner Arbeit als Religionsredakteurin finde ich immer wieder inspirierend, dass wir in unseren Formaten Geschichten von Menschen erzählen, die auf religiöser Suche sind, die von Religion erfüllt sind und daraus Kraft schöpfen. In meiner Arbeit geht es mir aber auch darum, zu recherchieren, wie Religion missbraucht werden kann.", sagt Meyer.
Den zweiten dritten Preis erhält Mia von Hirsch vom hr. Sie arbeitet in der Kultur-Unit des hr und im crossmedialen Reporterteam X-Lab im Programmbereich Hesseninformation, berichtet aber auch regelmäßig für die ARD aus und über die USA.
Vierter Preis für Sophie Anggawi: Radio als Nähe, nicht als Auslaufmodell
Der vierte Preis geht an Sophie Anggawi von Radio Bremen. Sie arbeitet als Radiomoderatorin, Social-Media-Host für Bremen Zwei und Cosmo, crossmediale Reporterin und Podcast-Moderatorin.
Anggawi sagt über ihren Blick auf das Medium: „Radio kann so viel - allen voran, nahbar sein. In meiner Arbeit als Radio-Moderatorin, -Reporterin und -Redakteurin empfinde ich es als große Freude und Verantwortung, für unsere Hörer*innen gut recherchierte Themen sauber, spannend und gleichzeitig menschlich aufzuarbeiten. Gerade in Zeiten von KI braucht es Radioprogramme, die diese menschliche Nähe vermitteln.", sagt Anggawi. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |