Der „Fall Özil“: Was damals wirklich passierte
- „Mesut Özil – zu Gast bei Freunden“.
- Foto: ZDF, Foto: picture alliance/M. Gilliar
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TV-Tipp. Kaum ein deutscher Fußball-Star hat in so kurzer Zeit so viele Gefühle ausgelöst wie Mesut Özil: erst gefeiert, dann heftig abgelehnt. Die dreiteilige ZDF-Doku-Serie „Mesut Özil – zu Gast bei Freunden“ rekonstruiert genau diese dramatischen Wochen rund um das Erdogan-Foto und zeigt, wie es am Ende zum Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft kam. Dabei bleibt es nicht bei Sport, sondern geht auch um Identität und Zugehörigkeit – und um die Frage, wie schnell sich das Bild in der Öffentlichkeit drehen kann. Im Zentrum steht ein „umfassendes und ambivalentes Bild“ jener Zeit, die laut ZDF zur Entfremdung Özils von Deutschland führte. Für die Serie nutzt das Team exklusives Archivmaterial – darunter ein Interview mit Mesut Özil, das im deutschen Fernsehen bislang nie zu sehen war.
Wer in der Doku den „Fall Özil“ von innen beschreibt
Neben dem Archivmaterial sprechen Wegbegleiter und Beobachter erstmals öffentlich über den „Fall Özil“. Genannt werden unter anderem sein langjähriger Mitspieler Per Mertesacker, Mustafa Özil, der Vater und frühere Manager des Spielers, außerdem der damalige Bundestrainer Joachim Löw, Oliver Bierhoff, ehemaliger Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, sowie der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel. Auch Hamit Altintop, ehemaliger deutsch-türkischer Fußballprofi, sowie Journalisten und Journalisten wie Özlem Topcu und Deniz Yücel kommen zu Wort – und schildern aus ihrer Sicht, wie die Tage nach dem Foto abliefen.
Regisseur Florian Opitz über die Wucht der Debatte
Regisseur Florian Opitz betont, warum ihn das Thema bis heute nicht loslässt: „Als ich angefangen habe, mich mit Özil zu befassen, habe ich schnell gemerkt, dass seine Geschichte auch acht Jahre nach seinem spektakulären Rücktritt aus der Nationalmannschaft die Gemüter der Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund extrem erregt und alle Beteiligten immer noch aufwühlt.“ Genau diese zweite Ebene zieht die Doku parallel zur Biografie: vom „Sommermärchen“ 2006 über die Integrationsdebatten der 2010er-Jahre bis in die Gegenwart – zwischen dem Selbstbild eines offenen Einwanderungslandes und dem Wiedererstarken ausländerfeindlicher Ressentiments.
Los geht es ab Freitag, 20. März, 10 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal, im linearen ZDF läuft die Reihe am Dienstag, 31. März, 20.15 Uhr und 0.15 Uhr.[red]
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |