37°: Zwei Hundertjährige erzählen, was ihr Leben getragen hat
- „37°: 100 Jahre Leben: Was wirklich zählt”
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37°. 100 Jahre und mehr zu leben klingt nach einem Wunder, fühlt sich aber auch nach Arbeit an. In „100 Jahre Leben: Was wirklich zählt” trifft Filmemacher Yves Schurzmann Helmut Luft, 101, und Friedel Zimmermann, 106, und hört zu, was sie bis heute trägt. Die „37°”-Reportage läuft am 14. April um 22.15 Uhr im ZDF, und ab 5.00 Uhr steht sie im ZDF-Streaming-Portal bereit.
37°: „Leute, werdet alt”, sagt Helmut Luft, 101
Helmut Luft blickt überraschend heiter aufs Älterwerden und bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Leute, werdet alt. Die zweite Lebenshälfte ist die weit bessere.” Der Psychoanalytiker spielt leidenschaftlich gerne Golf und schreibt noch immer Bücher. Für ihn gehören die „vier L”, Laufen, Lernen, Lachen, Lieben, zu einem erfüllten Leben. Gleichzeitig spricht er auch über Verlust, denn vor neun Jahren starb seine Ehefrau: „Sie war eine wunderbare Frau, ich wollte ein Jahr lang mitsterben.”
37°: Friedel Zimmermann, 106, hat „die lächelnde Seite gewählt”
Friedel Zimmermann zog ihre zwei Söhne alleine groß und erlebte Flucht und Hunger. Ihren Mann, einen Soldaten, sah sie nach dem Krieg nie wieder. Trotzdem setzt Zimmermann auf eine bewusste Entscheidung im Kopf: „Man kann sich ja auch angewöhnen, im Leben immer unglücklich zu sein … Ich hab' die lächelnde Seite gewählt. Ich glaube, die ist besser.” Später erfüllte sie sich einen Traum, arbeitete an Bord eines Segelschiffs und reiste um die Welt, bis nach Alaska.
Seit zwei Jahren lebt sie im Seniorenheim, und besonders schwer fällt ihr der feste Tagesrhythmus, genauso wie Hilfe anzunehmen. Sie versucht dennoch, ihre Würde und Eigenständigkeit zu bewahren. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |