KIPKI-Förderung: Zwei Millionen Euro für den Klimaschutz

- Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der E-Bike-Ladestation vor dem Kreishaus.
- Foto: Kreisverwaltung Bad Dürkheim
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Bad Dürkheim. KIPKI, das Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation, ist ein Förderprogramm des Landes für Städte, Gemeinden und Landkreise, bei dem die Förderung für 100 Prozent der Kosten gilt. Der Landkreis Bad Dürkheim erhält, wie bereits berichtet, eine Pauschalförderung von knapp zwei Millionen Euro, die für Klimaschutzprojekte und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels eingesetzt werden.
Der Landkreis hat zwölf Projekte zur Förderung eingereicht und vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität bewilligt bekommen. „Wir sind mitten in der Umsetzung der ersten KIPKI-Projekte und froh, zumindest auf diesem Weg einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können. Angesicht der aktuellen Finanzlage sind Projekte, die nicht im Höchstmaß gefördert werden, für uns als freiwillige Leistung kaum umsetzbar. Allerdings können wir dank des Abfallwirtschaftsbetrieb mit seinen vielen, teils geförderten, teils selbst finanzierten Klimaschutzprojekten von Schwachgasverbrennung und Deponiesanierung bis Photovoltaik einen weiteren Beitrag leisten, auf den wir stolz sein können“, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld.
Die KIPKI-Projekte müssen bis Juni 2026 umgesetzt sein, um die volle Förderung zu erhalten. Koordiniert wird das Thema von Klimaschutzmanagerin Natalia Koch, die einzelnen Projekte werden von Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen der Kreisverwaltung geleitet.
Folgende Projekte der Kreisverwaltung erhalten eine KIPKI-Förderung:
Vor dem Kreishaus ist eine netzunabhängige Solar-E-Bike-Ladestation errichtet worden, die Platz für fünf E-Bikes bietet. Zu jeder Lademöglichkeit gibt es ein Schließfach, in dem Radfahrer beispielsweise ihren Helm deponieren können. Ähnliche Stationen sollen im nächsten Schritt an der Carl-Orff-Realschule plus und am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim, am Leininger Gymnasium in Grünstadt, an der Mensa des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Haßloch und an der IGS Deidesheim installiert werden und für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar sein. Um einen weiteren Impuls „Pro Fahrrad“ zu geben, wird vor dem Kreishaus eine Fahrradabstellanlage errichtet.
Der Fuhrpark der Kreisverwaltung wird dank fünf vollelektrischer Fahrzeuge immer klimafreundlicher. Durch KIPKI können zudem Wallboxen, Energiespeicher und Photovoltaikanlagen zum Laden der E-Fahrzeuge finanziert werden. Die ersten Mittel hierfür sind bereits abgerufen. Folgende Fahrzeuge sind schon vor Ort: Ein Van mit neun Sitzplätzen ersetzt einen Verbrenner bei der Hans-Zulliger-Schule in Grünstadt. (Technische Daten: Batteriekapazität 75 kWh, Motorleistung 136 PS, Reichweite 340 km, Stromverbrauch kombiniert 24,6 kWh/100km). Für die Hausmeister im Kreishaus steht ab sofort ein Transportfahrzeug mit drei Sitzplätzen bereit, das ebenfalls künftig statt eines Verbrenners durch die Straßen fährt. (Batteriekapazität 75 kWh, Motorleistung 136 PS, Reichweite 340 km, Stromverbrauch kombiniert 25 kWh/100km). Die Mitarbeitenden des Kommunalen Vollzugsdiensts verfügen nun ebenfalls über ein E-Fahrzeug anstelle eines Verbrenners, genauer gesagt ist es ein Hochdachkombi mit fünf Sitzplätzen. (Batteriekapazität, 50 kWh, Motorleistung 136 PS, Reichweite 334 km, Stromverbrauch kombiniert 18,7 kWh/100km). Im allgemeinen Fuhrpark der Kreisverwaltung ist ein Fahrzeug der Kompaktklasse mit fünf Sitzplätzen vorhanden (Batteriekapazität 54 kWh, Motorleistung 156 PS, Reichweite 404 km, Stromverbrauch kombiniert 15,3 kWh/100km). Ein weiteres E-Fahrzeug kommt voraussichtlich im Januar 2026 an: Ein ebenfalls für fünf Personen ausgelegter SUV mit Allradantrieb (Batteriekapazität 79 kWh, Motorleistung 250PS, Reichweite 526 km, Stromverbrauch kombiniert 17,3 kWh/100km).
In der Dreifeld-Sporthalle der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch, in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Bad Dürkheim und in der Sporthalle der Berufsbildenden Schule in Bad Dürkheim werden die alten Halogenleuchten durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt, um den Stromverbrauch um bis zu 70 Prozent zu reduzieren. Die erwartete CO2-Einsparung liegt bei 18,44 Tonnen pro Jahr. Auch die Außenbeleuchtung am Kreishaus in Bad Dürkheim sowie an den kreiseigenen Schulen soll durch LED-Leuchten ersetzt werden. Erwartete CO2-Einsparung: 14 Tonnen pro Jahr. Die Arbeiten beginnen an der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch und werden anschließend an den weiteren Schulen umgesetzt. Die ersten Vergaben hierfür sind erfolgt.
Was ebenfalls schon in der Umsetzung ist, sind die Arbeiten am Kreishaus selbst. Hier wird die Dach- und Fassadenbegrünung an das sich ändernde Klima angepasst. Das soll sowohl Natur- und Artenschutz fördern als auch das Raumklima im Gebäudeinneren verbessern. Begrünte Flächen speichern Regenwasser, entlasten die Kanalisation und wirken im Sommer kühlend und im Winter wärmedämmend. Die Begrünung soll zudem die Luftqualität verbessern und zugleich Lebensraum für Flora und Fauna schaffen. Die Arbeiten laufen seit Anfang Juni und betreffen zunächst den B- und C-Block des Kreishauses. Im Zuge dieser Arbeiten werden die Dachflächen auch energetisch saniert.
An fünf Schulen ist eine Entsiegelung, Begrünung und Beschattung geplant, um den sich stark erhitzenden Betonflächen auf den Schulhöfen entgegenzuwirken. Hier sollen die Arbeiten spätestens im Herbst 2025 beginnen.
Ein weiteres Projekt mit Schulbezug: Am Grünstadter Leininger Gymnasium und an der IGS Grünstadt sollen Stromspeicher installiert werden, um den Eigenverbrauch des Stroms, der von auf den Dächern der Schule errichteten Photovoltaikanlagen stammt, zu erhöhen.
Ein besonderes Projekt ist eine LED-Lampentausch-Aktion, bei der Bürgerinnen und Bürger ältere, energieintensive Leuchtmittel kostenlos auf den Wertstoffhöfen des Landkreises gegen energiesparende LED tauschen können. Das könnte zu einer Stromersparnis von bis zu 80 Prozent je Leuchtmittel führen. Die Umsetzung der Aktion ist derzeit in Planung. red/bas
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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