Tipps für Auszubildende von der Haftpflicht- bis zur Rentenversicherung
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Bereits Auszubildende sollten mit der Altersvorsorge beginnen.  Foto: ps
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Region. Altersvorsorge – ein wichtiges Thema auch für junge Menschen, die gerade mit ihrer Ausbildung beginnen. Die Sparkasse Vorderpfalz gibt Tipps und erklärt, weshalb Auszubildende sofort damit beginnen sollten.
Das erste Gehalt ist noch nicht überwiesen und man soll als Auszubildender schon an die Vorsorge fürs Rentenalter denken? „Das kommt einem vielleicht merkwürdig vor – in Wirklichkeit ist es aber clever. Vieles lässt sich besser und günstiger organisieren, wenn man noch jung ist. Und noch ein wichtiger Vorteil: Wenn alle staatlichen Fördermittel genutzt werden, kann man 403 Euro pro Jahr für die eigene Vorsorge, den Vermögensaufbau oder für den Erwerb einer Immobilie nutzen“, betont Polychronis Michailidis, Leiter Versicherungen der Sparkasse Vorderpfalz. Der Finanz-Experte gibt Tipps und informiert, worauf es dabei ankommt.
Als Auszubildender ist man zwar bei der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, doch sie bietet nur das Grundgerüst für die Altersvorsorge. Um den Lebensstandard im Alter zu sichern, sollte man eigenes Vermögen aufbauen. Dafür gibt es beispielsweise zahlreiche Wege: vermögenswirksame Leistungen, die betriebliche Altersversorgung, Sparpläne, eine private Rentenversicherung, eine Kapitallebensversicherung oder auch den staatlich geförderten Riester-Vertrag.

Vermögenswirksame Leistungen

Sparen mit Chef und Staat, das ist das Prinzip vermögenswirksamer Leistungen und in vielen Unternehmen möglich. Deren Höhe wird meist durch Tarifverträge geregelt und liegt bei maximal 40 Euro. Auszubildende können aber auch allein sparen und sich so den staatlichen Zuschuss und die Arbeitnehmersparzulage sichern.Riester-Vertrag

Riester-Rente

Erste Wahl bei der privaten Altersvorsorge wäre ein Riester-Vertrag. Er eignet sich auch bei kleinen Sparbeträgen dank staatlicher Unterstützung. Vier Prozent des Bruttoeinkommens sollte man mindestens dafür einbringen.

Betriebliche Altersversorgung (bAV)

Neben der gesetzlichen und der privaten Rente ist die bAV die dritte Säule zur Finanzierung des Ruhestands. Arbeitnehmer haben einen Anspruch darauf, einen Teil ihres Gehalts in eine bAV zu investieren. Dieser Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung gilt für alle Arbeitnehmer, unabhängig vom Alter oder der Betriebszugehörigkeit. Besonders, wenn der Arbeitgeber einen Teil zur Altersvorsorge beisteuert, sollten auch Azubis zugreifen.

Eigene Immobilie

Wenn man für die Ausbildung die elterliche Wohnung verlässt und eine erste eigene Bleibe mietet, weiß man, wie weh es tut, wenn vom knappen Gehalt noch Miete abgeht. Mit den Jahren steigen oft Platzbedarf und Kosten fürs Wohnen. Mietfreies Wohnen ist daher ein erstrebenswertes Ziel, auf das man schon früh sparen kann. Es gibt vielfältige Sparmodelle und öffentliche Förderung mit der staatlichen Wohnungsbauprämie.
Ein Bausparvertrag ist auch eine Option und Bausparer, deren Einkommen unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, können profitieren von staatlichen Zuschüssen.

BU-Versicherung und private Haftpflicht

Der Abschluss einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) ist besonders für junge Menschen sinnvoll. Der Vorteil: Man ist in der Regel noch gesund und profitiert daher von niedrigen Einstiegstarifen. Außerdem können durch Krankheit oder Unfall auch Auszubildende berufsunfähig werden. Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente besteht aber erst nach fünf Jahren Berufstätigkeit.
Wer für den Notfall abgesichert sein will, sollte darum in eine Berufsunfähigkeitsversicherung investieren.
Ganz wichtig ist außerdem eine private Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn man einem Dritten unbeabsichtigt Schaden zufügt. Allerdings sind Azubis manchmal noch über ihre Eltern in der privaten Haftpflicht versichert: Sinnvoll ist es daher, wenn man einen Blick in den Versicherungsvertrag wirft.

Fazit

Auszubildende, die alle staatlichen Förderwege nutzen, können pro Jahr insgesamt 403 Euro für ihre Altersvorsorge, ihren Vermögensaufbau oder für den Erwerb einer Immobilie nutzen. „Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Wer sich die Mühe macht und zusammen mit seinem Berater eine Strategie erarbeitet, ist auf lange Sicht solide aufgestellt. Die Zeit für ein Beratungsgespräch ist gut investiert, denn individuelle Lösungen sind gefragt“, betont Michailidis. jr/ps

Autor:

Judith Ritter aus Lingenfeld

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