Christen sind über neuen Chart-Hit empört
Klimmstengel stürmt die Charts mit "Kerzalschlucker"
- Kerzalschlucker und Talahons werden keine Freude mit der Chart-Sensation "Klimmstengel" haben.
- Foto: Klimmstengel
- hochgeladen von Marianne Foregger
Die österreichische Techno & EDM Formation Klimmstengel steht derzeit nicht nur wegen ihrer Chart Erfolge im Mittelpunkt, sondern auch wegen einer hitzigen Debatte in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook werfen einzelne Nutzer der Band vor, mit ihrem aktuellen Song "Kerzalschlucker" gegen Christen zu hetzen. Die Musiker weisen diese Vorwürfe jedoch entschieden zurück.
Musikalisch läuft es für die Gruppe derzeit besser denn je. "Kerzalschlucker" erreichte Platz eins der Austria Top 30 Deejay Charts und steht inzwischen auch an der Spitze der wichtigsten deutschen Hörercharts "Die Hörercharts". Damit setzt die Band ihren Erfolgskurs fort.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Aussagen des Songwriters auf Social Media. Auf den Vorwurf der Hetze reagierte er mit den Worten: "Jemandem zu sagen, dass sein erfundener Hokuspokus Freund erfunden ist, ist keine Hetze." Zuvor hatte er auf den Kommentar eines Nutzers, der schrieb: "Ich glaube nicht nur, ich weiß dass es einen Gott gibt", knapp geantwortet: "Es gibt keinen Gott."
Rechtlich sind diese Äußerungen ebenso wenig als Volksverhetzung oder Hetze einzuordnen wie der Song selbst. Die Texte sind zwar deutlich religionskritisch, richten sich jedoch gegen kirchliche Institutionen und Glaubensvorstellungen. Zeilen wie "Kerzalschlucker, Kerzalschlucker, die Bigotterie ist dumm wie nie", "Manipulation richtig Klasse, da macht die Kirche Kasse" oder "Das Gebet als Hirnwäsche mit Liedervers, ist doch echt pervers" lassen keinen Zweifel daran, dass die Band Provokation zumindest in Kauf nimmt.
Dass Klimmstengel mit solchen Texten kaum neue Fans unter gläubigen Christen gewinnen dürfte, liegt auf der Hand. Dem Erfolg scheint das bislang allerdings keinen Abbruch zu tun. Das Album "Monotomia" verbreitet sich vor allem über soziale Medien rasant und brachte der Band neben "Kerzalschlucker" bereits mit dem ebenfalls provokanten Track "Talahon" einen weiteren Nummer eins Hit ein.
Musikalisch setzt die Formation um DJ Ali Mohamed auf harte Techno Beats, kombiniert mit bewusst monoton gehaltenem Sprechgesang der Sängerinnen Kerstin Wandel und Sybille Niedermayer. Immer wieder wird Klimmstengel mit Laserkraft 3D verglichen. Tatsächlich geht der Stil der Österreicher jedoch weiter. Sie verbinden Einflüsse aus dem Austropop mit modernen Techno Sounds im Stil von Benny Benassi und schaffen damit einen eigenen Wiedererkennungswert.
Auch der Titel des Songs ist bewusst gewählt. "Kerzalschlucker" ist im bairisch österreichischen Sprachraum ein abwertender Ausdruck für Menschen, die als besonders scheinheilig oder übertrieben religiös gelten. Genau diese Form von Frömmigkeit nimmt die Band mit ihrem Lied ins Visier. Die Diskussionen darüber dürften daher noch eine Weile anhalten.
Autor:Marianne Foregger aus Wochenblatt Kaiserslautern |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.