Mann+Hummel Speyer: Stadt kämpft weiter um 600 Arbeitsplätze
- Es geht um rund 600 Arbeitsplätze in Speyer.
- Foto: Stadt Speyer
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Speyer. Für rund 600 Beschäftigte des Mann+Hummel-Werks in der Brunckstraße setzt die Stadt Speyer auf eine neue Prüfung der Schließungspläne. Sie appelliert an das Unternehmen, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit Arbeitnehmervertretung und Stadt nach einer tragfähigen Zukunft für den Standort zu suchen.
Wie die Stadt mitteilt, sieht sie dafür mehrere starke Argumente. Nach den ihr vorliegenden Informationen arbeite das Werk profitabel und sei ausgelastet. Die Auftragslage trage. Zuletzt sei sogar zusätzliches Personal zum Einsatz gekommen.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler verweist außerdem auf die Bedeutung der Belegschaft in Speyer. Im Unternehmen arbeiten hochqualifizierte Beschäftigte mit über Jahre aufgebautem Know-how in einem Geschäftsfeld, das für Mann+Hummel weiter strategisch wichtig sei.
Stadt stellt Schließung wegen Geschäftszahlen infrage
Die von Mann+Hummel veröffentlichten Geschäftszahlen passen aus Sicht der Stadt nicht zu den Plänen. Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz im Heavy-Duty-Erstausrüstungsgeschäft. In Europa kamen neue Lieferverträge mit einem jährlichen Auftragswert von 42 Millionen Euro hinzu. Das Unternehmen sprach selbst vom stärksten Auftragseingang im europäischen Heavy-Duty-Geschäft seit dem Markteintritt.
„Das passt für uns nicht zusammen“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler. „Wenn Mann+Hummel in genau diesen Märkten neue Aufträge gewinnt und das Geschäft weiterentwickelt, dann muss die Frage erlaubt sein, warum ausgerechnet ein funktionierender Standort mit erfahrenen Fachkräften dafür keine Zukunft haben soll.“
Mann+Hummel hat angekündigt, Produktion und Logistik aus Speyer nicht aufzugeben, sondern bis Ende 2028 an andere europäische Standorte zu verlagern. Die Stadt hinterfragt, ob das Unternehmen wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um die Produktion in Speyer wettbewerbsfähig fortzuführen.
Die Arbeitnehmerseite hat bereits ein Alternativkonzept zum Erhalt des Standorts vorgelegt. Nachdem die Unternehmensleitung diesen Vorschlag abgelehnt hat, wendet sich Seiler jetzt direkt an Thomas Fischer, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats von Mann+Hummel und Geschäftsführer der Mann Stiftungs GmbH.
Sie fordert, das Alternativkonzept und weitere Möglichkeiten für den Erhalt des Werks noch einmal ergebnisoffen prüfen zu lassen. Die Stadt erklärt zugleich, dass sie gemeinsam mit Unternehmensleitung, Arbeitnehmervertretung und Landesregierung nach tragfähigen Lösungen suchen und ihren Beitrag zu einer langfristig wettbewerbsfähigen Perspektive leisten will.
„Geben Sie dem Standort Speyer und seinen 600 Beschäftigten eine echte Chance. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie wir das Werk wettbewerbsfähig in die Zukunft führen können“, appelliert Seiler an Fischer. „Wir erwarten nicht, dass ökonomische Realitäten ausgeblendet werden, aber bei einer Entscheidung über 600 Arbeitsplätze und zugleich starken Auftragszahlen im Bereich Heavy-Duty- und Baumaschinengeschäft erwarten wir, dass jede wirtschaftlich tragfähige Alternative ernsthaft geprüft wird. Solange diese Möglichkeit besteht, werden wir für den Standort kämpfen.“
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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