Speyer hat noch keinen klimatisierten Raum für Hitzekrisen
- Die Hitze belastet viele Menschen in diesem Sommer / Symbolbild
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Speyer. Die jüngste Hitzewelle hat in Speyer eine Versorgungslücke sichtbar gemacht. Falls viele Menschen wegen der Hitze Hilfe brauchen, fehlt der Stadt aktuell ein klimatisierter Raum für eine Behelfskrankenstation.
Der Brand- und Katastrophenschutz hat deshalb einen Runden Tisch mit den beiden Krankenhäusern, Rettungsdiensten und weiteren beteiligten Bereichen eingerichtet. Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann erläutert, wie die Stadt aus der Hitzewelle Konsequenzen zieht.
Nach Einschätzung der Krankenhäuser stand die Versorgung zuletzt kurz vor ihrer Belastungsgrenze. Wären weitere hitzegeschädigte Menschen hinzugekommen, hätte der Katastrophenschutz einspringen müssen.
Stadthalle könnte im Ernstfall helfen
In anderen Städten haben Verantwortliche klimatisierte Räume als Behelfskrankenstationen genutzt. Dort können sich Menschen ausruhen und abkühlen, die keine Notfallbehandlung brauchen. Speyer könnte dafür den Kleinen Saal der Stadthalle nutzen. Der Raum eignet sich grundsätzlich für diesen Zweck, allerdings könnten dann parallel geplante oder laufende Veranstaltungen ausfallen.
Aktuell verfügt die Stadt nach Angaben aus dem Interview über keinen passenden klimatisierten Raum. Deshalb soll sich das Gebäudemanagement mit der Frage beschäftigen. Es verwaltet die städtischen Räume und soll die Anforderungen auch bei den Planungen für den kommenden Haushalt berücksichtigen.
Den Aufbau und den Erstbetrieb einer solchen Station übernimmt der Katastrophenschutz. Für die Betreuung der Menschen braucht es außerdem soziale Ansprechpartner und Betreuer. Diese Aufgabe fällt nach der Einschätzung von Peter Eymann nicht in die Gefahrenabwehr. Auch die Seniorenbeauftragte soll einbezogen werden, weil ältere Menschen zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören.
Die Stadt Speyer will außerdem stärker auf Prävention setzen. Wenn Menschen bei Hitze rechtzeitig Unterstützung bekommen und gar nicht erst ins Krankenhaus müssen, sinkt das Risiko einer Überlastung.
Vorbereitung soll jedes Jahr im Mai beginnen
Der Alarm- und Einsatzplan Hitzeschutz sieht vor, dass sich die beteiligten Akteure jeweils im Mai auf die kommende Hitzeperiode vorbereiten. Als Orientierung dienen die Hitzewarnstufen des Deutschen Wetterdienstes.
Der Runde Tisch soll nicht nur einmalig zusammenkommen. Die Leitungsebene will sich bedarfsbezogen im Jahresverlauf treffen. Für den Herbst plant der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur außerdem eine rückblickende Bewertung des Sommers und eine Vorstellung des Alarm- und Einsatzplans.
Parallel sollen die beteiligten Bereiche auf Arbeitsebene mit den Ergebnissen des Runden Tisches weiterarbeiten. Neben dem Gebäudemanagement gehören auch Klimaschutz, Stadtentwicklung, die Krankenhäuser sowie die Einsatzleitungen des Katastrophenschutzes zu den wichtigen Beteiligten.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |