Osthalle Speyer bleibt länger gesperrt: TSV-Handballer bangen um Zukunft
- In Speyer fehlen Sporthallen – die Handballer sehen ihre Existenz bedroht.
- Foto: Paul Needham
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Speyer. Elf Wochen länger als geplant bleibt die Speyerer Osthalle geschlossen. Für die Handballabteilung des TSV Speyer bedeutet das nicht nur verlegte Heimspiele und mehrere tausend Euro Mehrkosten. Der Verein warnt sogar vor einem viel größeren Problem: Sollte die Halle eines Tages generalsaniert werden, könnte das nach Einschätzung der Verantwortlichen das Ende des Handballs in Speyer bedeuten.
Es hätte eigentlich alles so gut gepasst: An der Speyerer Osthalle sollte während der Spielpause der Handballer gebaut werden. Bis zum ersten Heimspiel der neuen Saison sollte soweit alles fertig sein. Doch vor knapp zwei Wochen hat die Handballabteilung des TSV Speyer erfahren, dass sich die Bauarbeiten verzögern. Wegen Lieferschwierigkeiten. Zu den acht Wochen, die die Halle eigentlich gesperrt sein sollte, kommen noch einmal elf weitere Wochen Sperrzeit hinzu. Bis zum Ende der Herbstferien bleibt die Osthalle zu.
Was bedeutet die Verzögerung für die Handballer?
Tim Seitz von der Handballabteilung des TSV Speyer hätte sich dazu eine bessere Kommunikation gewünscht. Dass der Verein erst dreieinhalb Wochen vor dem ersten Spiel davon erfahren hat, war für ihn "eine Voll-Katastrophe". "Die Planung aller Heimspiele ist bei knappen Hallenkapazitäten in Speyer eh schon schwierig", sagt Seitz. Die verlängerte Sperrung der Osthalle habe daraus eine Mammutaufgabe gemacht. Dass die Planung jetzt trotzdem soweit steht, hat auch mit Glück zu tun: Das HLZ Friesenheim-Hochdorf vermietet den Speyerer Handballern für ihre Heimspiele zwei seiner Hallen in Hochdorf und in Ludwigshafen.
Für den Verein bedeutet das höhere Kosten bei niedrigeren Einnahmen. "Es werden wegen der längeren Anfahrt weniger Zuschauer kommen", ist sich Seitz sicher. Auf den Verkauf von Dauerkarten hat der Verein vorerst ganz verzichtet; Vereinsaktionen wie etwa der Kuchenverkauf seien erschwert. Auch wenn das Handballleistungszentrum dem Verein entgegengekommen ist: Zwischen 2.500 und 3.000 Euro werden für die Miete fällig.
"Das wäre das Aus für den Handball in Speyer"
Die aktuelle Verzögerung sei nur ein Vorgeschmack auf das, was bei einer Generalsanierung drohen könnte. Seitz blickt nach Dudenhofen und Lingenfeld, wo die Sanierung ähnlicher Hallen zwischen zweieinhalb und fünf Jahren gedauert hat. Ein Zeitrahmen, den er auch für die Osthalle für realistisch hält. "Das wäre das Aus für den Handball in Speyer", sagt Tim Seitz. Zum einen wären die Kosten für das Anmieten von Trainings- und Spielstätten für den Verein nicht tragbar, zum anderen glaubt Seitz, dass die Mitglieder das nicht mitmachen und vermutlich gleich zu anderen Vereinen in der Umgebung abwandern würden.
Mit rund 560 Mitgliedern ist die Handballabteilung die zweitgrößte Sparte des größten Sportvereins Speyers. Sie organisiert Ferienbetreuungen, Schul-AGs und Nachwuchsarbeit.
Für die TSV-Handballer steht fest: "In Speyer wird eine weitere Sporthalle dringend benötigt." Einen Standort hätte man auch schon gefunden: eine neue Dreifeldhalle könnte westlich der Osthalle entstehen, so dass die sanitären Anlagen der Osthalle mit genutzt werden könnten. Doch bei der Stadt will man jetzt erst einmal den Sportstättenleitplan fortschreiben. "Soweit waren wir vor Jahren schon einmal", sagt Tim Seitz. Er hofft, dass die für den Verein dramatische Situation deutlich macht, dass eine weitere Sporthalle notwendig ist und das Thema mit der notwendigen Priorisierung angegangen wird.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.