Facharbeit am Ev. Trifels-Gymnasium Annweiler
Sportbasierte Bewegungstherapie mit Tischtennis PPP bei Parkinson
- Symbolbild "Tischtennis gegen Parkinson"
- Foto: Hebrank
- hochgeladen von Hans Hebrank
Heb. Speyer und Annweiler. Wie an dieser Stelle schon öfter berichtet, ist die im Juni 2024 ins Leben gerufene Abteilung PingPongParkinson (PPP) des Speyrer Tischtennisclubs (TTC) sehr erfolgreich gestartet. Was mit Unterstützung der Parkinson Selbsthilfe Schifferstadt/Speyer und dem zertifizierten Trainer Klaus Niebes mit sieben Teilnehmern begann, ist nach zwei Jahren inzwischen auf deutlich über 50 Teilnehmer, in der Regel an Parkinson Erkrankte, angewachsen. Dies hat auch nachhaltige Auswirkungen auf den der PPP Truppe eine Heimat gebenden TTC Speyer. Immerhin ist inzwischen jedes zweite Mitglied ein PPP’ler.
Daß das nicht unbeachtet blieb zeigt die Tatsache, daß das Evangelische Trifels-Gymnasium Annweiler eine Facharbeit im Abi-Leistungskurs Biologie zum obigen Thema vergab. Matilda Meyer übernahm dieses Thema und wurde dabei von Herrn Cambeis betreut. Ziel war die Untersuchung der Eignung von Tischtennis als sportbasierte Bewegungstherapie bei Morbus Parkinson. Dabei standen neben den motorischen Effekten auch die psychosozialen Effekte im Mittelpunkt.
Neben Fachliteratur und Studien analysierte Frau Meyer auch konkret die Situation der PPP-Abteilung des TTC Speyer vor Ort beim Training und durch einen selbst entworfenen Fragebogen der von 34 Teilnehmern komplett beantwortet wurde. Bei ihren Besuchen des PPP-Trainings in Speyer wurde sie von den Teilnehmern sehr freundlich und offen aufgenommen. Der persönliche Austausch und auch das gemeinsame Tischtennisspiel waren für die Verfasserin der Facharbeit bereichernd und auch motivierend. Neben dem Trainer Klaus Niebes betreute Bettina Niekum, selbst eine erfahrene Gymnasiallehrerin, und der Verfasser die Autorin der Facharbeit.
Wie allgemein bekannt gibt es bei Morbus Parkinson keine wirkliche Therapie bzw. Heilung, es gibt lediglich die Möglichkeit zur Symptomlinderung und dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität. Dabei spielen die Physiotherapie und angeleitete Sportangebote eine wichtige Rolle. Hier kommt dann Tischtennis - oft auch Ping Pong genannt - mit ins Spiel. Dieses Ping Pong hat dabei nicht nur Effekte in Bezug auf die motorischen Einschränkungen sondern zusätzlich auch auf die psychosozialen Auswirkungen der Krankheit.
Als sinnvoll hat sich eine Kombination verschiedener Trainingsmethoden herausgestellt. Da der Tischtennis-Sport vielschichtige Wirkungen zeigt - Verbesserungen bei Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit, Gleichgewicht, Gemeinschaftsgefühl, kein Gegen- sondern ein Miteinander im Spiel - wurde im Jahr 2020 von Betroffenen der Verein PingPongParkinson Deutschland e.V. gegründet. Dieser unterstützt deutschlandweit an über 300 Standorten die jeweiligen lokalen Aktivitäten. Dabei gibt es bei der Ausübung des PingPong / Tischtennis nur ein geringes Verletzungsrisiko, es ist ein aerobes Training auch der Feinmotorik, fördert die Auge-Hand-Koordination und beugt Stürzen durch Gewichtsverlagerungen und schnelles Reagieren im Spiel vor.
Die Ergebnisse der Facharbeit, die im übrigen sehr gut bewertet wurde, es gab die Note 1+ für Matilda Meyer, und die Auswertung der Umfrageergebnisse bestätigen, daß Tischtennis als sportbasierte Bewegungstherapie für Parkinson Betroffene motorische und psychosoziale Verbesserungen, besonders in Hinsicht auf Reaktionsgeschwindigkeit und Beweglichkeit sowie Stressreduktion und emotionales Wohlbefinden, ermöglichen kann. Insofern stimmt dann auch das frühere Zitat „Tischtennis ist Urlaub von Parkinson“ wieder.
5. August 2026
Hans Hebrank
67346 Speyer
Mobil 0170-4159037
Autor:Hans Hebrank aus Speyer |
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