Im Kleinbus nach Indien und Russland
Eine Reise ins Ungewisse

Noch ist der Kleinbus nicht fertig umgebaut, aber bald beginnt das große Reiseabenteuer von Familie Müller
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Speyer. Mit Ferienbeginn Anfang Juli geht es los. Dann startet Familie Müller aus Speyer in ihr Reiseabenteuer. Ein Jahr lang wird ein umgebauter Mercedes-Kleinbus das Heim von Erika Müller-Runge, ihrem Ehemann Christian Müller und dem zwölfjährige Sohn Levin sein. Seit knapp einem Jahr planen sie die Reise, auf der sie rund 20.000 Kilometer zurücklegen wollen: über Griechenland, die Türkei, den Iran und Pakistan nach Indien, dann entweder durch China oder wieder durch Pakistan über Tadschikistan, Kasachstan und die Mongolei nach Russland.

Zu dritt auf wenig Platz geht es um die Beschränkung aufs Wesentliche. "Wir leben hier alle im Überfluss und haben das Gefühl, immer mehr kaufen zu müssen, aber was brauchen wir wirklich?" Das fragt sich Familie Müller und möchte es ein Jahr lang herausfinden. Auf Urlaubsreisen im Caravan haben sie bereits erfahren: Man kann auch mit ganz wenig glücklich sein. Die Eltern wollen selbst neue Blickwinkel kennen lernen, sie aber auch ihrem Sohn eröffnen. Er soll lernen, offen auf fremde Menschen zu- und mit neuen Situationen umzugehen. Außerdem wollen sie als Familie eine intensive Zeit miteinander verbringen. Dass das nicht ohne Konflikte vonstatten gehen wird, ist allen klar. Aber eben auch, dass sie es schaffen können.

Es wird eine Reise ins Ungewisse - auch wegen der Pandemie. Als die Familie im Mai 2020 mit ihren Planungen begann, war sie davon ausgegangen, dass das Thema Corona im Sommer 2021 schon wieder Geschichte sein wird. Eine Schulbefreiung von Levin wäre unterm Schuljahr schwieriger geworden, daher halten Müllers an ihren grundsätzlichen Plänen fest, auch wenn sie wissen, dass Corona ihre Reise vermutlich nicht einfacher machen wird. "Das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für uns", ist sich Familie Müller sicher. Die Reiseroute musste bereits umgeplant werden: Ursprünglich hatten Müllers über Skandinavien nach Russland einreisen wollen. Doch die russische Grenze ist bis Ende August dicht. Bei der derzeitigen Planung reisen sie erst 2022 durch Russland und hoffen, dass es dann einfacher sein wird. Angst vorm Unbekannten hat Erika Müller-Runge nicht, eher eine positive Grundhaltung allem Neuen gegenüber. "Vielleicht können wir ja auch anderen Lust aufs ungewöhnliche Reisen machen - und Mut, die Dinge zu verwirklichen, die sie schon lange im Kopf haben", sagt sie.

Aber ist das nicht komplett verrückt, diese Reise während einer Pandemie zu starten? "Ich bin mir sicher, dass wir mit Corona noch lange leben müssen - und wir sind in unserem Kleinbus ja komplett autark", sagt Erika Müller-Runge, gelernte OP-Krankenschwester und studierte Pädagogin. "Wir gehen mit dem Thema verantwortungsvoll um und halten uns an alle Regeln", fügt sie hinzu. Dennoch ist sie gespannt, wie ihnen die Menschen unterwegs begegnen werden. Eine Station soll Tscheljabinsk sein. Erika Müller-Runge ist in der russischen Millionenstadt rund 1.500 Kilometer östlich von Moskau geboren und hat die Stadt als Mädchen verlassen. Für sie heißt es also "zurück zu den Wurzeln". Ihre Eltern haben noch Kontakt zu alten Freunden, die sie besuchen möchte.

Bevor es losgehen kann, ist am Kleinbus noch einiges zu erledigen: Die Nasszelle - kleiner als ein Quadratmeter und im Wesentlichen ein "Duschklo" - muss noch weiter ausgebaut werden, und auch das Hubbett für Levin, das über dem Fahrerraum untergebracht werden soll, fehlt noch. Mit einer Gardine soll sich der Zwölfjährige hier auch auf dem engen zur Verfügung stehenden Raum zurückziehen können. Und weil sich Familie Müller nicht ein Jahr lang von Nudelsuppe ernähren will, sorgen zwei Gasflammen und ein ebenfalls mit Gas betriebener Mini-Backofen dafür, dass unterwegs landestypisch gekocht und auch mal ein Brot gebacken werden kann.

Der Kleinbus, der schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, wurde mit Bedacht gewählt: robust, ohne viel technischen Schnickschnack, sollte es für ihn überall auf der Welt Ersatzteile geben. Christian Müller ist zwar von Beruf Schreiner, fuchst sich aber auch in die Automobiltechnik rein, wenn es sein muss. Seit Wochen arbeitet er an dem Fahrzeug, das der Familie zwölf Monate lang nicht alleine Transportmittel, sondern Zuhause sein soll. Er hat bereits eine Fußbodenheizung eingebaut, ein spezielles Toilettensystem, einen Tank für 110 Liter Trinkwasser sowie drehbare Sitze im Fahrerraum.

Wer die Müllers auf ihrer ungewöhnlichen Reise begleiten möchte, der folgt am Besten auf Instagram - und kann derzeit schon beim Busumbau dabei sein.

Noch ist der Kleinbus nicht fertig umgebaut, aber bald beginnt das große Reiseabenteuer von Familie Müller
Anfang Juli geht es los: Zwölf Monate lang will Familie Müller aus Speyer im Kleinbus unterwegs sein und dabei rund 20.000 Kilometer zurück legen
Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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