Festakt im Historischen Ratssaal
Die Volkshochschule Speyer feiert 70. Geburtstag

Blick ins Programm von 1949/50
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Speyer. Ihr 70-jähriges Bestehen feierte am Samstag die Volkshochschule (VHS) Speyer im Historischen Ratssaal der Stadt. Zahlreiche Ehrengäste, aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, so wie Vertreter anderer Speyerer Einrichtungen nahmen an der interessanten und unterhaltsamen Veranstaltung teil.
Bürgermeisterin Monika Kabs begrüßte die Gäste, Hendrik Hering, Präsident des Landtags und Vorsitzender des Landesverbandes der Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, sprach ein Grußwort. Beide erinnerten daran, dass die Volkshochschulen in Deutschland bereits seit 100 Jahren bestehen, ein Jubiläum, das heuer in der Frankfurter Paulskirche bereits ausgiebig gefeiert wurde. Kabs führte zudem aus, dass die VHS in Speyer ihre Schüler nicht nur in Speyer hat, auch Menschen aus dem Umland nehmen die Angebote wahr, "etwa 15 Prozent der Kursteilnehmer kommen aus Baden", betonte die Schul- und Sozialdezernentin der Stadt Speyer. Heute hat die VHS rund 20.000 Unterrichtsstunden und 25.000 Teilnehmer jährlich, damit hat sich das Angebot innerhalb von 30 Jahren verdoppelt.

Bildungsdurst der Menschen stillen

Hendrik Hering führte aus, dass man bereits 1919 in den unruhigen Zeiten der Weimarer Republik verstanden habe, dass Weiterbildung eine wichtig Daseinsvorsorge sei und das sowohl nach dem Ersten als auch nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich wurde, dass Demokratie eine Grundlage auch in der Bildung der Menschen brauche. Daher folgte in dieser Zeit die nächste große VHS-Gründungswelle, während der auch die Volkshochschule in Speyer entstand. "Als die Welt in Trümmern lag - auch geistig und intellektuell - und nach den vielen Jahren der Zensur, musste das Land auch geistig wieder aufgebaut werden. Und die Volkshochschulen konnten dazu beitragen, den Wissens- und Bildungsdurst der Menschen zu stillen."

Digitale Gesellschaft und Inklusion - die Themen der Zukunft

Auch Gastrednerin Professor Dr. Elisabeth Meilhammer von der Universität Augsburg betonte dies in ihrem Vortrag: "Eine demokratische Gesellschaft braucht demokratische Bildung, daher sind die Volkshochschulen seit jeher unparteiisch und unabhängig, für jeden Menschen zugänglich. Gleich aus welcher Schicht jemand kommt, welche Vorbildung er hat, in der VHS begegnet man sich. Dialoge werden hier möglich." Die Volkshochschulen förderten sein ihrer Einrichtung selbständiges Denken und Handeln, schafften Freiheit durch Bildung, daher sei es besonders wichtig, dass die Förderung der VHS durch Bund, Land und Kommunen in der Verfassung festgeschrieben sind.
Als Aufgaben für die Zukunft nannte sie die Themen Digitalisierung und Inklusion, die mitunter eine  neue Ausrichtung der Schulen erforderten, eine Anpassung an die neuen Lebenswelten der Menschen. Man müsse auch das Kursangebot zunehmend an die digitalisierte Gesellschaft angleichen, um weiter die Erwartungen der Nutzer erfüllen zu können und um am Puls der Zeit zu bleiben.  Und auch an der Barrierefreiheit der Schulen - in allen Belangen, von rollstuhlfreundlichen Räumlichkeiten bis hin zu Programmen in leichter Sprache - müsse weiter intensiv gearbeitet werden. Das sei eine Verpflichtung, die im Selbstverständnis der VHS festgeschrieben sei.

Im künstlerischen Rahmenprogramm sorgten Gitarrist Bernhard Sperrfechter, der Lyrikjongleur Hans-Jürgen Herschel und Ipad-Magier Axel Axmann für kreative und spannende Unterhaltung.

Autor:

Heike Schwitalla aus Bruchsal

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