B 9 in Speyer wird voll gesperrt: Stadt warnt vor Verkehrschaos
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Speyer. Ab Samstag, 19. September, steht die B 9 an der Anschlussstelle L 528/Iggelheimer Straße (Bauhaus) bis auf Weiteres still. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) teilte am Vorabend mit, dass massive Schäden an zwei Teilbauwerken die Sperrung nötig machen.
Die Stadt Speyer bereitet mehrere Maßnahmen vor und will auch den öffentlichen Nahverkehr kurzfristig stärken. Dazu gehört ein kostenloser Shuttle der Linie 561.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler hält die Sperrung für nachvollziehbar, weil die Sicherheit der Menschen bei schweren Brückenschäden an erster Stelle stehen müsse. Sie warnt vor großen Belastungen für Unternehmen, Einpendlerinnen und Einpendler, den Wirtschafts- und Schwerlastverkehr sowie für Rettungs- und Einsatzkräfte, Handel, Gastronomie und Tourismus.
Seiler verlangt vom Land eine verbindliche Zeitschiene und schnelle Priorität für die Instandsetzung, damit Speyer möglichst bald wieder eine leistungsfähige B-9-Verbindung erhält. Bis dahin will die Stadt alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Mobilität aufrechtzuerhalten und den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern.
Wirtschaft und Pendler besonders betroffen
Speyer hat rund 32.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und verzeichnet einen Einpendlerüberschuss von etwa 22.500 Menschen. Weil die B 9 eine zentrale Nord-Süd-Verbindung ist, trifft ihr Ausfall vor allem Pendler, Gewerbegebiete, den Hafen und Betriebe, in denen mobiles Arbeiten nicht möglich ist.
Die Wirtschaftsförderung hat die Unternehmen bereits über die Lage informiert und wird in den kommenden Tagen deren Betroffenheit abfragen. Unternehmen sollen prüfen, ob Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder Fahrgemeinschaften die täglichen Wege ihrer Beschäftigten abfedern können.
Auch die Stadtverwaltung weitet vorübergehend Homeoffice-Möglichkeiten aus und erlaubt flexiblere Arbeitszeiten, soweit es der Dienstbetrieb zulässt. Schülerinnen und Schüler aus dem Umland sind ebenfalls betroffen, die auf eine verlässliche Verbindung zum Schulstandort Speyer angewiesen sind.
Die Stadt bittet Bürgerinnen und Bürger, Pendler sowie Besucher, möglichst auf Bus und Bahn umzusteigen. Je weniger zusätzliche Autos unterwegs sind, desto besser bleiben wichtige Verkehrswege für den übrigen Verkehr sowie für Rettungs- und Einsatzkräfte frei.
Shuttle und Bahn sollen entlasten
Der Shuttle der Linie 561 kann von Dienstag, 22. September, bis Freitag, 25. September 2026, kostenlos genutzt werden. Nach Angaben des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) war eine frühere Umsetzung nicht möglich.
Zusätzlich drängt die Stadt bei den zuständigen Partnern auf mehr Kapazitäten im Schienenpersonennahverkehr, damit Pendlerinnen und Pendler verlässliche Alternativen zur Straße erhalten. Geprüft werden zusätzliche Fahrten sowie längere und kapazitätsstärkere Züge auf wichtigen Verbindungen von und nach Speyer, besonders morgens und nachmittags.
Regionalbusse und Stadtbusse fahren weiterhin, müssen wegen des zusätzlichen Verkehrs aber mit abschnittsweisen Verzögerungen rechnen. Für kurze Wege empfiehlt die Stadt das Fahrrad, wenn dies möglich ist.
Umleitungen nutzen und mehr Zeit einplanen
Der LBM richtet großräumige Umleitungen ein; die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer, diese Strecken zu nutzen und mehr Zeit einzuplanen. Wenn möglich, sollten Fahrten außerhalb der morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten stattfinden, weil besonders in den ersten Tagen mehr Verkehr und längere Fahrtzeiten zu erwarten sind.
Details zu Umleitungen und Verkehrslage stehen unter lbm.rlp.de/grossprojekte/regionale-projekte/b-9-/-l-528-vollsperrung-der-umgehung-speyer. Fragen beantwortet das Bürgertelefon der Stadt unter 06232 141315 ; der LBM ist unter anfragen@lbm.rlp.de erreichbar.
Die Stadt beobachtet die Verkehrslage eng und prüft weitere Entlastungen, darunter eine Verschiebung geplanter Straßenbaustellen. Über wichtige Änderungen und neue Maßnahmen will die Verwaltung fortlaufend informieren. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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