Ausstellung "Medicus" erzählt Medizingeschichte im Historische Museum der Pfalz
Die faszinierende Welt der Quacksalber, Bader und Ärzte

Johanna Kätzel zeigt die Nachbildung einer Knochensäge aus dem Mittelalter, die auch als Requisite im Film "Der Medicus" verwendet wurde
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  • Johanna Kätzel zeigt die Nachbildung einer Knochensäge aus dem Mittelalter, die auch als Requisite im Film "Der Medicus" verwendet wurde
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Speyer. Der Roman "Der Medicus" von Noah Gordon ist zweifelsohne eines der beliebtesten Bücher der Neuzeit. 2012 verfilmt, verkaufte sich die deutsche Übersetzung allein mehr als sechs Millionen Mal. 1999 wurde das Buch auf der Madrider Buchmesse zudem zu einem der zehn beliebtesten Bücher aller Zeiten gekürt.
Protagonist des Romans ist Rob Cole, der sich in der mittelalterlichen Welt der Bader und Quacksalber besteht. Sein Wunsch, kranke Menschen zu heilen und sein Wissensdurst, lassen ihn auf eine lange Reise gehen: Von England macht er sich auf den Weg in den Orient, wo er mit Hilfe arabischer Gelehrter auf das medizinische Wissen der Antike trifft. Diese mitreißende Geschichte des amerikanischen Schriftstellers Noah Gordon bildet den Rahmen für die neue Ausstellung des Historischen Museums der Pfalz, die am 8. Dezember startet und den Titel "Medicus - die Macht des Wissens" trägt. Thema der Ausstellung ist aber nicht die Romanhandlung: Es soll eine einzigartige kulturhistorische Schau zur komplexen und spannenden Geschichte der Medizin von der Antike bis in die Renaissance sein, wie Museumsleiter Dr. Alexander Schubert erklärt.

Medizinisches Wissen von der frühen Antike bis zur Renaissance

Über 500 Exponate werden gezeigt, von der martialisch anmutenden Knochensäge - ein original Filmrequisit übrigens - bis hin zu Skulpturen, Gemälden und mesopotamischen Tontafeln, die jahrtausende alte Heilrezepte überliefern. Auch der Erfolgsautor selbst hat mit seinem Segen - und ein persönliches Exponat - zur Ausstellung beigetragen. "Noah Gordon wird zwar nicht selbst kommen, er ist weit über 90 Jahr alt", erklären die Kuratoren Wolfgang Leitmeyer und Sebastian Zanke. "Er wird uns aber zur Eröffnung eine eigens eingespielte Videobotschaft senden. Auch den in Deutschland vermutlich beliebtesten Mediziner, Dr. Eckart von Hirschhausen konnte für die Ausstellung gewonnen werden: Er sprach Teile des Audioguides ein und wird am 21. Januar Gast einer Talkveranstaltung sein.

"Anhand der Bilder des Romans wollen wir die Geschichte der Medizin und der Mediziner nacherzählen", so Leitmeyer und Zanke weiter. "Eine Geschichte des Helfens, aber auch eine Geschichte des Wissens", betonen sie. Eine Geschichte und eine Reise, die in Mesopotamien beginnt und auf den Seziertischen der Renaissance endet. Exponate kommen unter anderem aus dem Apothekenmuseum in Heidelberg aber auch weltbekannte Einrichtungen wie der Louvre und die Uffizien werden ihren Teil zu der Ausstellung beitragen. "500 Exponate aus 50 internationalen Museen und 5.000 Jahre Menschheitsgeschichte" - so die imposante und spannende Rechnung, die die Kuratoren für "Medicus - die Macht des Wissens" aufstellen. Und neben dem Medicus-Protagonisten Rob Cole begleiten weitere spannende Namen wie Hippokrates, Avicenna oder Andreas Vesalius den Besucher durch die Ausstellung.

"Freuen Sie sich auf eine Ausstellung, die weit mehr bietet als Kuriositäten und Skalpelle", laden Leitmeyer und Zanke ein. Betonen aber gleichzeitig und nicht ohne ein Schmunzeln, dass naturgemäß viele Messer zu sehen sein werden. Auf Knochensägen, Starnadeln, kariöse Zähne aber auch eine überlebensgroße Statue der altägyptischen Schutzgöttin Sachmet und die "Gläserne Frau" als ein Ausblick in die moderne Medizin dürfen sich die Besucher zudem freuen.

Alle Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.medicus-ausstellung.de

Autor:

Heike Schwitalla aus Bruchsal

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