Kolumne von Andrea Kling
Monatlicher "Luxus"

Unsere Sexualität ist öffentlich, denn wir sind ein aufgeklärtes Volk, weder prüde noch gehemmt. Kein schamhaftes Mäntelchen bedeckt die körperlichen Vorgänge in männlichen und weiblichen Organismen. Alles wird von innen nach außen gestülpt.
Nehmen wir das Thema „Menstruation“, das sich wie ein blutroter Faden durch Kunst und Comedy zieht. Die Periode und ihre Auswirkungen dienen der herrschenden Männerriege in Führungsetagen als legale Diskriminierung „erfolgsorientierter Karrierefrauen“. Oftmals wird der „Lauf der Natur“, der viele Monate das Leben einer Frau nicht gerade leicht macht, mit Attributen wie unrein und abstoßend belegt. Gleichwohl übt dieses Phänomen aber auch eine gewisse Faszination aus.
Menstruation ist unvermeidbar und sie kostet Geld. So ist vielen Frauen nicht klar, dass sie beim Kauf von Tampons oder Binden den regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zahlen. „Dinge des täglichen Bedarfs“ wie Brot, Toilettenpapier oder Kaviar sind dagegen mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent versehen. Nach Meinung des Gesetzgebers sei Damenhygienebedarf „Luxusartikel“ und dafür muss mehr berappt werden.
„Mit uns nicht mehr“ meinen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff und haben eine Petition an die Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag gestellt. Die beiden vertreten die Meinung, die hohe Besteuerung stelle eine „fiskalische Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts“ dar. Viele haben diese Forderung nach Gerechtigkeit schon unterschrieben.
Wir meinen: Wenn schon öffentlich „geblutet“ wird, dann aber gründlich. (ak)

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