Schalltomographie für Silberlinden-Gruppe

Die aus fünf Silberlinden bestehende Baumgruppe prägt den Grünzug entlang der Kaffeetreppe. Ein innovatives Verfahren soll Aufschluss über den inneren Zustand der rund 145 Jahre alten Bäume geben.  | Foto: Stadt Pirmasens / Maximilian Zwick
  • Die aus fünf Silberlinden bestehende Baumgruppe prägt den Grünzug entlang der Kaffeetreppe. Ein innovatives Verfahren soll Aufschluss über den inneren Zustand der rund 145 Jahre alten Bäume geben.
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Pirmasens. Mit der Schaffung eines Grünzugs entlang der Kaffeetreppe wird die wichtige Achse zwischen Forum Alte Post, Rheinberger, Strecktalpark und dem Schloßplatz weiter aufgewertet. Die historische Verbindung vom Wedebrunnen zur Hauptstraße (heute Fußgängerzone) wird in zwei Bauabschnitten aufwändig umgestaltet. Ziel ist eine barrierearme Erschließung des topographisch anspruchsvollen Areals und die Schaffung eines Bürgerparks.
Geprägt wird das Areal von fünf Silberlinden, die rund 145 Jahre alt sind. Die Baumgruppe gilt als geschützter Landschaftsbestandteil. Zum Erhalt der Wurzeln wird der Serpentinenweg in diesem Abschnitt nicht gepflastert, sondern durch einen Steg ersetzt.

Silberlinden sind von Brandkrustenpilz befallen

Bei einer Routineuntersuchung haben die städtischen Baumkontrolleure jetzt festgestellt, dass eine der Silberlinden von einem Brandkrustenpilz befallen ist. Er verursacht Fäule an der Wurzel oder am Stamm. Der Schadpilz ist weit verbreitet, tritt häufig bei Linden und Buchen auf und beeinträchtigt die Standsicherheit. Da der Schaden häufig irreversibel ist, müssen die Bäume meist gefällt werden.
Zur Einschätzung der Standsicherheit der betroffenen Silberlinde und möglichen Schutzmaßnahmen für die bedeutsame Baumgruppe hat das zuständige Garten- und Friedhofsamt ad hoc eingehende Untersuchungen eingeleitet. In einem ersten Schritt werden die fünf Bäume mittels Schalltomographie unter die Lupe genommen. Die innovative Technik wird von der Stadt Pirmasens erstmalig angewendet und von einem externen Sachverständigenbüro durchgeführt. Bei dem speziellen Verfahren werden Sensoren rund um den Stamm befestigt und mit einer Software verbunden. Aus den Schall-Laufzeiten wird ein Querschnittsbild errechnet, das den inneren Zustand des Baumes sichtbar macht – etwa verdeckte Fäule, unsichtbare Höhlungen und Risse.

Bürger können sich aktiv beteiligen

Innerhalb des Pikoparks wird ein Gemeinschaftsgarten entstehen, an dessen Gestaltung sich die Bürger aktiv beteiligen können. Wissenschaftlich begleitet und unterstützt wird das Vorhaben von der Humboldt-Universität Berlin im Rahmen einer Projektstudie.
Pirmasens investiert rund 600.000 Euro in die Umgestaltung des Areals − mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Bund und Land. red

Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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