Sicking High Rock Open-Air begeisterte die Hard'n'Heavy-Fans [Bildergalerie]
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Von Peter Schneider
Weselberg. 666 Besucher wie am gestrigen Samstag bedeutet auch bei der 9. Auflage des Sicking High Rock Open-Air ausverkauft. Denn exakt auf dieses Zahl ist das Festival seit jeher limitiert, um laut den Organisatoren Matthias "Luly" Walz und Alexandra Maus Familienfreundlich zu bleiben, was bisher eindrucksvoll gelang und auch nicht zur Debatte steht. Zudem wird jedes Jahr löblicherweise ein Euro pro verkauftem Ticket für einen guten Zweck, respektive einer Spende abgezwackt.
Aufgrund der momentanen Hitzewelle in Deutschland gen 40 Grad, wurde der Start um eine Stunde nach hinten verschoben, so dass die Sause um 15 Uhr begann. Zudem sagte die Gruppe Skull & Crossbones krankheitsbeding sehr kurzfristig ab, so dass der ursprüngliche Konzertfahrplan dann sogar annähernd eingehalten werden konnte.
Mixtur aus melodischem Hardrock und traditionellem Heavy Metal
Eröffnet wurde das Festival traditionell vom Jugendorchester Rock meets Brass besagten Musikvereins, welches bekannte Classic-Rock-Hits interpretierte, bevor Sänger und Gitarrist Mike Gerhold handgemachte Coversongs des guten alten Rock in ureigenem Gewand darbot. Mit Snakebite aus Nordrhein-Westfalen, die eine Mixtur aus melodischem Hardrock und traditionellem Heavy Metal servierten, erklomm schließlich die erste Band die Bühne. Diese war für den "Schlangenbiss" offensichtlich zu klein, denn einige der Musiker rannten euphorisiert weiterspielend im Fotograben umher und suchten den hautnahen Kontakt zu den Fans, was für mächtig Stimmung in den ersten Reihen sorgte. Die österreichische Glam-Metal-Truppe Mädhouse hingegen brachte versiert und spielfreudig Sound und Attitüde des klassischen Hair-Metal der 1980er-Dekade von Wien in die provinzielle Südwestpfalz, bevor mit Scarlet Anger aus Luxemburg erstmals ein Vertreter des Genres Thrash Metal in Weselberg aufspielte. Natürlich wurden nun härtetechnisch einige Schippen draufgepackt, doch die positive Publikumsresonanz zeigte das auch besagtes Segment auf dieses Festival passt. Danach enterte Overdrivers aus Béthune, Frankreich die große, feststehende Bühne, welche direkt hinterm Vereinsheim angebaut ist. Das Quartett bezeichnet sich als "die französischste aller australischen Bands" und verweist damit augenzwinkernd auf die stilistische Nähe zu AC/DC. Dies unterstrich die enorm agile Formation dann auch eindrucksvoll mittels starker Songs.
Enorme Spielfreude, Enthusiasmus und schiere Wucht
Der Headliner BlackRain war ebenfalls aus Frankreich angereist und hatte das neue und allseits hochgelobte Studioalbum „Orphans of the Light“ im Gepäck. Die Musiker um Sänger und Gitarrist Swan Hellion sehen sich generell stark von Mötley Crüe und Guns 'N' Roses inspiriert, wie der Frontmann dieser Zeitung im Gespräch vorm Auftritt verriet. Schließlich agierte man ab 22.40 Uhr wie die besagten Vorbilder zu ihren besten Zeiten mit enormer Spielfreude, Enthusiasmus und einer schieren Wucht. Zudem wohnten allen Songs wahre Ohrwurmrefrains inne, die von zahlreichen Fans lauthals mitgegrölt und abgefeiert wurden. Der Auftritt glich also einem Triumphzug und Walz hatte erneut seine Spürnase bezüglich dem Engagieren hochklassiger Underground-Bands unter Beweis gestellt.
Da auch organisatorisch und verpflegungstechnisch alles passte und man durchweg auf fröhliche, nette sowie ausgelassene Leute in Feierlaune traf muss von einem vollen Erfolg auf allen Ebenen gesprochen werden. Hinzu kommt, dass sich alle Musiker als sehr nahbar zeigten, sich unter die Fans mischten und an ihren Merchandise-Ständen ausgiebig Autogramme kritzelten und mit ihren Anhängern gerne ins Gespräch kamen. Die Freunde von Hard'n Heavy-Musik dürfen sich schon jetzt auf das Sicking High Rock Open-Air 2027 freuen, denn wie bislang in jedem Sommer, wird man wohl auch im 10. Jubiläumsjahr hochkarätige internationale Bands bestaunen dürfen!
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