Zwischen Wärmewende und Preisdruck

Geschäftsführer Christoph Dörr (links)  und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Maas blicken auf einen stabilen Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zurück | Foto: Frank Schäfer
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Pirmasens. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke blickten Geschäftsführer Christoph Dörr und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Maas auf das Jahr 2025 zurück und stellten die neuen Projekte in den Sparten Strom, Gas, Wärme und Wasser sowie Verkehrsbetriebe und PLUB vor.

Bereits seit 2024 erarbeiten die Stadtwerke bereichsübergreifend das Programm "klimaneutrale Wärmetransformation". Bis spätestens 30. Juni 2028 sind die Kommunalen Wärmepläne zu veröffentlichen. Ausbau und Verdichtung von Wärmenetzen bedürfen auch die Prüfung der technischen Rahmenbedingungen. Dies erfolgt zukünftig über einen in 2025 erstellten, digitalen Netzzwilling des Fernwärmenetzes als Basis für Berechnungen.

Wasserwerk in Rodalben

Die Planungen für den Neubau des Wasserwerks Rodalben sind abgeschlossen. Ausschreibungen für die ersten Gewerke sind auf dem Markt. Weitere werden folgen. Der Neubau soll im September beginnen und bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Im Rahmen dieses Bauvorhabens wollen die Stadtwerke erneut ein Projekt zur Bürgerbeteiligung ins Leben rufen.

Um die Busflotte klimaneutraler aufzustellen, haben die Pirmasenser Verkehrsbetriebe bereits 2024 die ersten verfügbaren E-Busse getestet. Ende des vergangenen Jahres kam nun die Förderzusage für sechs neue, elektrisch betriebene Linienbusse. Die neuen Fahrzeuge sollen bis 2028 beschafft werden.

Zusätzlicher Druck für die Mitarbeiter

Michael Maas, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Pirmasens, lobt die Mitarbeiter: "Die hohen Anforderungen an die Energiewirtschaft belasten die Mitarbeiter nicht nur in der zunehmenden Menge an Aufgaben, sondern auch durch die gestiegene Komplexität der Prozesse. Da kleine und mittlere Stadt- werke nicht über die gleichen Möglichkeiten zur Bewältigung neuer Herausforderungen verfügen wie überregionale Versorger, steigt die Belastung für die Arbeitnehmer. Zusätzlich können sich die Anforderungen durch sprunghafte Vorgaben nahezu täglich ändern. Darauf muss sofort reagiert werden. Dies erzeugt zusätzlich Druck auf jeden Mitarbeiter. Die Stadtwerke Pirmasens haben es nicht nur geschafft, diesem Druck bisher Stand zu halten, sondern haben parallel dazu ihre Bemühungen um die verstärkte Automatisierung von Arbeitsabläufen und die Implementierung digitaler Prozesse zusätzlich verstärkt. Dafür möchte ich allen Mitarbeitern der Stadtwerke für deren Einsatz meinen Dank aussprechen."

Gemeinsam mit Geschäftsführer Christoph Dörr ruft Michael Maas die Politik dazu auf, verlässliche und auf Dauer ausgerichtete, politische Leitplanken zu definieren, um Bürger und Wirtschaft mit bezahlbarer Energie weiterhin sicher versorgen zu können.

Das Geschäftsjahr in Zahlen

"Trotz der weiterhin angespannten Lage ist der Geschäftsverlauf der Stadtwerke Pirmasens als stabil zu bezeichnen", berichtet Christoph Dörr. Die wesentlichen Kostentreiber bleiben weiterhin die hohen Energie- und Kraftstoffpreise. Die dauerdefizitären Bereiche der allgemeinen Daseinsvorsorge, das Bad und die Verkehrsbetriebe, weisen mit rund -2,7 Mio. Euro (Bad) und -1,4 Mio. Euro (Verkehr) ein negatives Ergebnis aus. Der Verlust der Verkehrsbetriebe liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Bad konnte das Ergebnis um rund 0,5 Mio. verbessert werden. Es liegt allerdings immer noch um eine Million Euro höher als in 2024. Das Ergebnis der Versorgung liegt mit 6,3 Mio. Euro um rund 0,1 Mio. Euro (Ergebnis nach Steuern) unter dem Ergebnis des Vorjahres und entspricht somit in etwa dem Ergebnis des Jahres 2024.

Die gesamte Netzabgabe im Strombereich reduzierte sich gegenüber 2024 um 0,2 Prozent. Im Bereich Gas nahm der Verbrauch aufgrund der milderen Witterung und der Energiesparmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent ab, bei der Fernwärme gab es im Vergleich zu 2024 einen leichten Anstieg der Absatzmenge um 3,2 Prozent.

Wie entwickeln sich die Energiepreise?

Aktuell stagnieren die Energiepreise auf erhöhtem Niveau. Die Branche bezeichnet dies als das „,new normal", da nicht damit zu rechnen ist, dass Energie jemals wieder das Preisniveau vor den Krisen erreichen wird. Wie die Entwicklung in Zukunft aussehen wird, ist ebenso fraglich. "Es könnte aktuell die Ruhe vor dem Sturm sein, denn die Preise sind unter anderem auch zurückzuführen auf die freigegebenen Energiereserven des Bundes. Sobald diese aufgezehrt sind, wird es spannend", so Christoph Dörr.

"Im Verlauf der letzten zwei Jahre haben wir Jahr für Jahr unsere Preise in den Sparten Strom und Gas gesenkt. Dies lag vor allem daran, dass die Preise an den Großmärkten ebenfalls gesunken waren. Auf diese Weise konnten insbesondere preistreibende Gegenbewegungen wie gestiegene Netzentgelte oder gestiegene gesetzliche Umlagen teilweise kompensiert werden, was unterm Strich immer noch eine Preissenkung bedeutete", erklärt der Geschäftsführer.

"Mithilfe unserer Beschaffungsstrategie verfolgten wir eigentlich das Ziel, unseren Kunden auch im dritten Jahr in Folge eine Preissenkung anbieten zu können. Doch vor dem Hintergrund der anhaltenden Irankrise und dem damit verbundenen Anstieg der Großhandelspreise wir wären schon froh, ohne Preisänderung ins neue Jahr starten zu können. Auch Preiserhöhungen - in Abhängigkeit der weiteren Entwicklungen – können wir nicht gänzlich ausschließen", so Dörr. red/fsc

Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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