Neustadter Polizei registriert über 4.000 Straftaten
Gewaltbereitschaft gestiegen

Auch im Jahr 2018 nahm die Deliktsgruppe der Diebstähle mit 30,1 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ein.
  • Auch im Jahr 2018 nahm die Deliktsgruppe der Diebstähle mit 30,1 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ein.
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Von Markus Pacher

Neustadt. Laut der jüngsten Kriminalstatistik der Polizeiinspektion und der Kriminalinspektion Neustadt ist die Weinmetropole mit „lediglich“ 4.035 registrierten Straftaten im Jahre 2018 die sicherste Stadt innerhalb des Polizeipräsidiums Rheinpfalz.

Nichtsdestotrotz ist die Zahl der Gesamtstraftaten in Neustadt gegenüber dem Vorjahr um 258 Fälle angestiegen. Die Aufklärungsquote bewegt sich nach Aussage der Neustadter Beamten mit 64,1 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau.

Gewalt gegen Beamte

Im öffentlichen Fokus stehen immer öfter Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte. In Neustadt ist die Anzahl der diesbezüglich registrierten Gewalttaten um 15,5 Prozent auf 52 Delikte gesteigen. Laut Statistik wurden die Beamten unter anderem 13 Mal geschlagen, 12 Mal getreten, 3 Mal bespuckt und 4 Mal gebissen. In fünf Fällen kamen Spuckschutzmasken zum Einsatz.
Generell verzeichnet die Polizei bei den Rohheitsdelikten einen Anstieg. Dies gilt unter anderem bei Gewalttaten in engen sozialen Beziehungen. In den meisten Fällen geht die Gewalt von Männern aus. Seit Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit des Polizeipräsidiums Rheinpfalz mit Staatsanwaltschaften, Justiz, Frauenunterstützungseinrichtungen sowie weiteren präventiven Gremien und Kooperationspartnern. Bei allen Polizeiinspektion werden die Beamtinnen und Beamten als Koordinatoren ausgebildet, die mit der Bearbeitung der entsprechenden Delikte beauftragt und für die Betreuung der Stalkingopfer zuständig sind. Zu den Sofortmaßnahmen nach Gewalttaten zählen unter anderem Gefährderansprachen, die Auferlegung von Kontaktverboten, Wohnungsverweise, Sicherstellung des Wohnungsschlüssels, Aufenthaltverbote an Schulen und Arbeitsstellen, Kontaktaufnahmen mit Interventionsstellen und die Vermittlung zu Opferhilfeorganisationen.

Mehr Diebstähle

Deutlich gestiegen sind mit 525 Fällen die Fallzahlen im Bereich der schweren Diebstähle - dies lag unter anderem an einer Serie von Einbrüchen in Arztpraxen. Der Täter konnte ermittelt werden und ist bereits verurteilt. Leicht angestiegen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche, wobei sich die Aufklärungsquote für diesen Deliktsbereich verbessert hat.
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls spezielle Sachgebiete eingerichtet. An den Standorten der Kriminalinspektionen Ludwigshafen, Neustadt und Landau konzentrieren sich Spezialisten auf die Aufklärung ausschließlich dieser Delikte. Eine zentrale Auswertung und die Ausweitung der Tatortarbeit in der Spurensuche und –sicherung sollen neben weiteren Maßnahmen die Tataufklärung positiv beeinflussen. Flankierend werden mit hohem Personalaufwand Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durchgeführt und die Bevölkerung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit über Maßnahmen zum Schutz des Eigentums vor Einbrechern informiert.

www.polizei-beratung.de

Die Polizei bietet nach wie vor kostenlose Beratungen – so genannte Grundschutzberatungen- in Wohnungen und Häusern - an. Hierzu sollen Haus- oder Wohnungsbesitzer in die Lage versetzt werden, passende Schutzmaßnahmen (Fenster, Türen, Alarmanlagen) zu planen und errichten zu lassen.
Seit 2004 werden Fälle, in denen das Internet zur Begehung der jeweiligen Straftat genutzt wurde, differenziert dargestellt. Dennoch kann die PKS kein reales Bild dieses Kriminalitätsphänomens abbilden, da nur solche Delikte statistisch erfasst werden, die nachweislich innerhalb Deutschlands verübt wurden. Auffallend stellt sich dar, dass die Aufklärungsquoten in diesem Deliktsbereich bzw. in dieser Begehungsform kontinuierlich fallen.

Romance Scamming

Ein Bereich, der sich statistisch schlecht darstellen lässt, ist das so genannte Romance Scamming. Die Scammer – also die Täter - suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken nach Opfern und durchforsten dort die Mitgliederlisten. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich die Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zu – und sie hinterlassen immer einen seriösen Eindruck. Die Polizei ist hier regelmäßig mit folgenden Phänomenen konfrontiert: Hohes Dunkelfeld; Opfer sowohl männlich als auch weiblich; Beispielfall: mehrfache Geldüberweisungen für Reise, Arzt, Visum etc. – auch nach Anzeigenerstattung weitere Überweisungen getätigt. pac/ps

Autor:

Markus Pacher aus Neustadt/Weinstraße

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