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Das „Burgentrauma“ erfolgreich aus der Taufe gehoben

Michael Landgraf, Harald Schneider und Andreas Rauch | Foto: Brigitte Melder
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Neustadt/Weinstraße. Am 2. Juli fand in den altehrwürdigen Räumen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) aus den 1950er Jahren eine besondere Lesung statt, die mit so vielen bekannten Gesichtern eher einer Familienzusammenkunft ähnelte, so fühlte es sich jedenfalls an. Der neueste 26. Band aus der Feder von Harald Schneider mit dem Titel „Burgentrauma“ und gleichzeitig das 20-jährige Bestehen des „Palzkiversums“ wurde mit Gästen aus nah und fern gefeiert. Für alle, die noch nicht in den Genuss kamen, die Bücher von Harald Schneider zu lesen sei gesagt, dass seine fiktive Hauptfigur Kriminalhauptkommissar Reiner Palzki ist. Ein paar der Gäste im prall gefüllten Saal haben eine tragende Rolle in seinen Büchern und so verwunderte es auch nicht, dass Polizisten anwesend waren, denn ohne Recherchen der Polizeiarbeit geht nichts bei Harald Schneider. Man erlebte nicht nur Passagen aus dem Buch, sondern auch etwas über die Regionalgeschichte, die darin benannte Burg Lichtenberg sowie die Reichsfestung Trifels, Burg Nanstein und die Hardenburg.

Professor Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd, der Leiter des Polizeipräsidiums Rheinpfalz Andreas Sarter, der Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg Andreas Stenger hielten humorvolle Reden. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Pfalz-Historiker Michael Landgraf, der bereits bei der Recherche Schneider hilfreich zur Seite stand. Zu Wort kamen „Realpersonen“ im Palzkiversum: Monji El Beji (Woifeschdkänisch und Hauptfigur im Roman „Totgebabbelt“), Burgverwalter Andreas Rauch im Rittergewand und Gehilfe von Dr. Metzger Günter Wallmen, der im richtigen Leben Ärztlicher Leiter in der zentralen Notaufnahme in Speyer ist. Elke König war in dem Krimi „Ein Mörder aus Kurzpfalz“ als Kurfürstin Elisabeth Augusta im Schwetzinger Schlossgarten „aktiv“. Auch die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Schifferstadt war zugegen. Nicht zu vergessen, der Mann, der den Trailer mit spannungsgeladener Musik unterlegt und gedreht hat, Markus Trennheuser, der dafür ordentlich Applaus erhielt. Ganz im Gegensatz zu den Leichen im Roman wurde der Abend eine sehr lebendige Veranstaltung.

Kurzfassung: Kommissar Palzki gönnt sich Überstundenabbau und besucht mit seiner Familie den Mittelaltermarkt auf Burg Lichtenberg. Doch der Ausflug nimmt eine düstere Wendung, als sein Sohn mit der vermeintlichen Replik des berühmten Mauritiusschwertes spielt - und eine Expertin bezweifelt, dass es sich nur um eine Kopie handelt. Kurz darauf wird sie tot aufgefunden. Palzki beginnt zu ermitteln und taucht vom Trifels bis zur Hardenburg nicht nur tief in die Welt der Pfälzer Burgen ein, sondern auch in ein raffiniertes Netz aus Diebstahl, Betrug und Machtgier um die Reichsinsignien des Heiligen Römischen Reiches.

Harald Schneider, 1962 in Speyer geboren, wohnt in Schifferstadt und arbeitete 20 Jahre lang als Betriebswirt in einem Medienkonzern. Seine Schriftstellerkarriere begann während des Studiums mit Kurzkrimis für die Regenbogenpresse. Der Vater von vier Kindern veröffentlichte mehrere Kinderbuchserien. Seit 2006 hat er in der Metropolregion Rhein-Neckar-Pfalz den skurrilen Kommissar Reiner Palzki etabliert, der abseits seines mittlerweile 26. Falls »Burgentrauma« auch in zahlreichen Ratekrimis in der Tageszeitung Rheinpfalz und verschiedenen Kundenmagazinen ermittelt. Schneider erreichte bei der Wahl zum Lieblingsautor der Pfälzer den 3. Platz nach Sebastian Fitzek und Rafik Schami. 2023 wurde er in den PEN Deutschland berufen.

Die Buchpremiere drehte sich um vier Burgen, einen Krimi und einem Geheimnis im 20sten Jahr „Palzkiversum“. Als „Vorgruppe“ begrüßte Professor Dr. Kopf die Gäste zur Buchpremiere und erzählte über das Gebäude der SGD Süd. Eine Buchvorstellung in einem Verwaltungsgebäude sei schon etwas Besonderes. Die Polizeiverwaltung hatte einst ihren Sitz hier und das war die Überleitung zu den anwesenden Polizeivertretern. Michael Landgraf führte souverän durch das Programm und erwähnte, dass auch die Premiere seines neuen Buches „Kleine Geschichte der Pfalz“ am 15. September um 17 Uhr in diesem Gebäude sein wird. Der Ort sei prädestiniert für einen Krimi, da hier einst auch die Polizeidirektion war. Andreas Sauter freute sich, dass er den Krimi hier erleben darf. Und ganz nebenbei erfährt man ganz viel über Menschen und Geschichte, frei erfunden mit einer Prise Humor. Es war eine humorvolle Rede, in der er so einiges über die Polizeiarbeit richtigstellen musste. Gute Polizeiarbeit fängt bei der Prävention an und nicht erst beim Verbrechen. Er begrüßte in diesem Zusammenhang auch den Sicherheitsberater Peter Binnefeld aus Limburgerhof. „Heute wird er aber nicht beraten; manche Dinge bleiben besser ein Betriebsgeheimnis“ meinte Andreas Sauter und erntete etliche Lacher dafür. Der anschließende Redner am Pult war Andreas Stenger, der sich an Fakten halten wollte. Er kennt Harald Schneider seit etlichen Jahren und begrüßt ihn auch zum jährlich stattfindenden Syndikat zugunsten vom Weißen Ring im Polizeipräsidium Mannheim. Es wurde Zeit, dass der 26. Band erschienen ist, welcher wieder einmal einen außergewöhnlich guten Ermittler zeigt. Andreas Stenger gehört seit Jahren zur treuen Palzki-Leserschaft und ist bekannter Schneider-Fan. Die Pfälzer Burgen haben ihn schon als kleines Kind fasziniert und er kennt sich aus. „Aber keine Angst, Herr Schneider, ich werde keine Qualitätskontrolle durchführen und keinen Ermittlungsbericht schreiben.“
Im Rahmen einer Talkrunde befragte Michael Landgraf den Autor Harald Schneider, welche Motivation ihn antreibt. Krimis zu schreiben seien schon immer Schneiders Ding gewesen. Die Kinder seien groß, das Haus abbezahlt und die Rente reiche, um den Lebensunterhalt zu gestalten und Bücher zu schreiben. Er gehe auch in Schulen und liest vor ca. 300-400 Kindern. Kurz wurde auf Frau Ackermann eingegangen, eine wichtige Figur im Palzkiversum. In der Regel spielen immer Realpersonen mit und damit begrüßte er den Burgverwalter der Burg Lichtenberg Andreas Rauch in einer Rüstung aus dem Jahre 1230 sowie den Filmemacher Markus Trennheuser. Jetzt war es Zeit, Landgrafs Freund Monji El Beji vors Mikrofon zu holen. Monji, der Tausendsassa, macht Musik, Comedian, Schauspiel und organisiert Festivals wie „Babbel doch“ und „Totgebabbelt“. Den Job als „Grumbeerbotschafter“ hat er jetzt an den Cartoonisten Steffen Boiselle abgegeben. Günter Wallmen hat in den Krimis eine besondere Rolle und versucht Dr. Metzger einzubremsen. Er kaufte sich ein Wohnmobil und fährt mit ihm als Notarztwagen durch die Gegend. Er hat immer tolle Ideen und denkt sich skurrile Dinge aus. Seit 2013 arbeitet er im Speyerer Vincentius Krankenhaus. Harald Schneider hat also seine Fachleute, ist gut ausstaffiert und bringt ihr Fachwissen in seine Bücher mit ein. Auch dem LKA-Mann Andreas Stenger ist eine Rolle im kommenden „Kurpfalzkoma“ zugedacht. Harald Schneider outet sich, dass er sich keine Gesichter merken kann und man solle es ihm verzeihen, wenn man nicht gleich erkannt wird. Er sei KEIN arroganter Sack! Ganz und gar nicht und das Publikum musste lachen.
Am Schluss lasen Schneider in der Rolle von Palzki und Michael Landgraf in seiner Realrolle als enthusiastischer Historiker. Palzki brauchte eine Expertenmeinung und packte ein ganz besonderes „Urdubbeglas“ aus. Landgraf staunte und bekannte, dass dieses Glas die Weltgeschichte verändern sollte, denn es sei ein eindeutiger Beweis, dass die Staufer das Urdubbeglas als Reichsinsignie hatten, in das die Kaiserschorle eingefüllt werden sollte. In einer Nacht- und Nebelaktion haben die Gegner der Staufer, die Braunschweiger Welfen, das Glas gegen den Reichsapfel ausgetauscht, aus dem man noch nicht einmal trinken könne „In Dubbe veritas“. Das Dubbeglas ist eine Reliquie und das Erbe der Salier. „Gegen die Trockenheit der Weltgeschichte, nur für die Wissenschaft, lieber Harald, Prost!“ Dankesworte an die wundervolle Christine Brehm von der SGD Süd, die alles organisiert hat. Und dann hieß es „Es ist angerichtet!“ und die Brezel und Getränke wurden in Angriff genommen. (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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