Ausstellung „Wiederkehr der Berufsverbote“ kommt nach Neustadt
- Bürokratische Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Berufsverbote trafen zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Dienst. (Symbolbild)
- Foto: Mit KI generiert/Eva Bender
- hochgeladen von Eva Bender
Neustadt. Unter dem Leitgedanken „Freiheitliches demokratisches Denken und Antifaschismus verteidigen – Vielfalt statt Verfolgung“ ist derzeit in Rheinland-Pfalz eine Ausstellung zum Thema „Berufsverbote“ in verschiedenen Städten zu sehen.
In Neustadt an der Weinstraße macht die Ausstellung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unter dem Titel „Wiederkehr der Berufsverbote“ Station. Sie ist von Montag, 9. März 2026, bis Sonntag, 15. März 2026, in den Räumen des Neustadter Jugendzentrums, Gerichtstraße 6a, zu sehen. Die Ausstellung ist täglich ab 15 Uhr geöffnet. Für Schulklassen wird nach Absprache auch eine Öffnung am Vormittag angeboten.
Begleitend zur Ausstellung finden zwei Veranstaltungen im Jugendzentrum statt:
- Am Mittwoch, 11. März 2026, um 19 Uhr wird ein Film zum Thema gezeigt.
- Am Sonntag, 15. März 2026, um 17 Uhr berichtet Angelika Wahl als vom Berufsverbot Betroffene über ihre persönlichen Erfahrungen.
Die Ausstellung informiert auf 18 Tafeln über die Geschichte der Berufsverbote und die Verfolgung linker Oppositioneller – nicht nur im öffentlichen Dienst. Dabei wird der „Radikalenerlass“ von 1972 inhaltlich dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von 1933 gegenübergestellt und bis zu aktuellen Fällen von Berufsverboten in Beziehung gesetzt. Die Tafeln zeichnen eine historische Linie von den Karlsbader Beschlüssen von 1819 über das Sozialistengesetz von 1849, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von 1933 und den Radikalenerlass von 1972 bis in die Gegenwart.
Im Januar 2025 beschloss das Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz eine Verschärfung der bisherigen Regelungen zum Thema „Verfassungstreue“ und der entsprechenden Gesinnungsprüfung. Es wird befürchtet, dass eine Verschärfung rechtsstaatlicher Standards insbesondere Menschen trifft, die sich aktiv für eine gerechte, freiheitliche und solidarische Gesellschaft einsetzen.
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |
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