Stephan Pfitzenmeier zu seinen Zielen beim VfR
„Verein auf viele, breite Schultern stellen“

Stephan Pfitzenmeier: Der rührige Netzwerker ist seit 21.November neuer Geschäftsführer beim VfR Mannheim. | Foto: privat
  • Stephan Pfitzenmeier: Der rührige Netzwerker ist seit 21.November neuer Geschäftsführer beim VfR Mannheim.
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Acht Jahre nach seinem Abschied als designierter Geschäftsführer beim SV Waldhof ist Stephan Pfitzenmeier zurück in der Mannheimer Fußballszene. Seit 21. November arbeitet der rührige Netzwerker als neuer Geschäftsführer beim VfR Mannheim. Wir sprachen mit ihm über seine Ziele, und seine Motivation, sich erneut bei einem Sportverein zu engagieren.

Herr Pfitzenmeier, Sie sind nicht nur als früherer Geschäftsführer der gleichnamigen, familiengeführten Fitness-Kette in der Region bekannt, sondern auch den Mannheimer Fußballfans als Funktionär mit ähnlichen Aufgaben beim SV Waldhof in der Saison 2015/2016 ein Begriff. Wie kam es nun dazu, ausgerechnet beim VfR ein solches Amt noch einmal zu übernehmen?
PFITZENMEIER: Mich reizen einfach große regionale Herausforderungen, wenn man etwas bewegen kann. Deshalb gab es da auch kein langes Zögern, als das Präsidium in Person von Sportvorstand Ali Ibrahimaj auf mich zugekommen ist und gefragt hat, ob ich mir ein Engagement beim Oberligisten vorstellen könnte. Mein Bauch hat sofort ja gesagt, allerdings waren vor meiner endgültigen Zusage noch einige organisatorische Dinge zu klären, beziehungsweise unter einen Hut zu bringen.
Was hat Sie dann letztendlich überzeugt, diese Herausforderung anzunehmen?
PFITZENMEIER: Es waren die Gespräche mit den Verantwortlichen. Ich habe den Willen von allen gespürt, hier etwas aufbauen zu wollen. Und zwar mit aller Konsequenz. Ich habe gesagt, wenn wir etwas machen, dann richtig.
Nach den langen Verbandsligajahren ist der erste Deutsche Meister nun immerhin wieder in der Oberliga angekommen und wenn man auf die Verpflichtungen schaut, soll die Reise wohl mittelfristig noch weiter nach oben gehen. Wie weit reichen da Ihre Vorstellungen?
PFITZENMEIER: Es gibt wohl kaum Vereine, die nicht nach oben wollen. Das liegt allein schon in der Natur des Sports. Aber wir haben auch andere Ziele. Mannheim ist eine Arbeiterstadt mit sozialen Brennpunkten und vielen unterschiedlichen Nationen. Wir wollen jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft Perspektiven aufzeigen und Werte vermitteln, ihnen zeigen, welche integrative Kraft unsere Stadt hat.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringlichsten Aufgaben auf dem Weg zu diesen hehren Zielen?
PFITZENMEIER: Wir haben unser Konzept auf drei Säulen aufgebaut: Erstens die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Oberliga-Mannschaft, zweitens der Fokus auf die Jugendarbeit mit dem Nachwuchszentrum und drittens die erwähnte soziale und gesellschaftliche Funktion des VfR. Ganz konkret: Die in die Jahre gekommene Infrastruktur im Rhein-Neckar-Stadion muss modernisiert werden, dann gilt es über Aktivitäten in den sozialen Medien zusätzliche neue und jüngere Fans anzulocken sowie weitere Sponsoren zu gewinnen.
Stichwort Sponsoren. Da dürften Ihre guten Beziehungen zur „Mannheimer Runde“ ja sehr hilfreich sein. Die Mittelstandsvereinigung hat vor über zehn Jahren den SVW vor der Insolvenz bewahrt und für eine positive Weiterentwicklung gesorgt.
PFITZENMEIER: Weil dazu immer wieder Gerüchte kursieren, will ich gerne mal grundsätzlich klären, was es mit der Mannheimer Runde, auf sich hat. Das ist ein gemeinnütziger Verein mit über 170 Mitgliedern, darunter auch ich. In ihrer Gesamtheit kann diese Interessengemeinschaft aufgrund ihrer Satzung gar nicht selbst als Sponsor auftreten. Denkbar ist lediglich, dass einzelne Mitglieder der Mannheimer Runde, wie auch andere regionale Firmen, den VfR künftig unterstützen. Für diese, aber auch alle anderen Partner, Sponsoren, Mitglieder und die Stadt möchte ich ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Das Ziel muss sein, den Verein auf breite Schultern zu stellen. Es geht um die bereits genannten drei Säulen und darum, in Mannheim etwas zu schaffen, das für alle Zielgruppen attraktiv ist. Wenn wir das hinkriegen, bin ich zufrieden.
Klingt nach viel Veränderung und das Aufbrechen alter Strukturen. Wie wollen Sie das beim Traditionsverein erreichen.
PFITZENMEIER: Ich spüre, dass beim VfR die Bereitschaft für einen tiefgreifenden Veränderungsprozess vorhanden ist. Nur gemeinsam können wir den Verein auf neue Füße stellen und die Strukturen verbessern. Ich bin sehr optimistisch, denn es gibt viele gute Leute an den verschiedensten Positionen.
Bleibt alles in allem trotzdem eine Herkulesaufgabe, zumal Sie ja auch noch Geschäftsführer bei „KurpfalzErleben“, dem regionalen Portal mit eigener App und Social Media Plattform bleiben.
PFITZENMEIER: Stimmt. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Im Gegenteil: Ich sehe darin sogar einen Vorteil für meine Aufgaben beim VfR. Das Portal wächst aktuell sehr stark und hat bereits eine monatliche Reichweite von 1,5 Millionen. Hier ergeben sich große Synergien, die ich perfekt für alle nutzen kann.
Noch mal zurück zum Sportlichen: Der VfR hat sich an der Spitze der Oberliga etabliert. Von einem weiteren Aufstieg zu reden, ist also nicht weit hergeholt. Wie sehen Sie das Thema?
PFITZENMEIER: Mein Leitsatz ist: Immer eine Liga höher denken und immer einen Schritt voraus sein. Und dabei sollte die Oberliga nicht die Endstation bleiben. Wenn es tatsächlich in dieser Saison klappt, würden wir es nicht ablehnen. Aber es ist kein Zwang. Wir wollen mit Leistung überzeugen, mit Taten und Inhalten.
Wann glauben Sie, kommt es wieder zu heißen Stadtderbys in der gleichen Liga wie damals in den Siebzigern?
PFITZENMEIER: (lacht) Schaun mer mal, ist ja noch ein langer und steiniger Weg bis dahin.

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Autor:

Erich Rathgeber aus Mannheim

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