Aufholjagd der Löwen kommt zu spät
Magdeburg behauptet sich in der SAP Arena
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Aufholjagd der Löwen kommt zu spät – Magdeburg behauptet sich in der SAP Arena
Mannheim. Die Rhein-Neckar Löwen haben dem frisch gekürten Deutschen Meister SC Magdeburg am Pfingstsonntag einen großen Kampf geliefert, mussten sich am Ende aber dennoch knapp mit 30:33 (13:17) geschlagen geben. Vor 10.582 Zuschauern in der SAP Arena zeigte das Team von Trainer Maik Machulla vor allem in der Schlussphase große Moral und kämpfte sich noch einmal bis auf zwei Tore heran. Für eine Überraschung gegen den Champions-League-Sieger von 2023 reichte es letztlich jedoch nicht mehr.
Schon vor dem Anpfiff war die Rollenverteilung klar. Der SC Magdeburg reiste als neuer Deutscher Meister nach Mannheim und wollte seine beeindruckende Saison auch im vorletzten Auswärtsspiel erfolgreich fortsetzen. Doch die Löwen machten von Beginn an deutlich, dass sie sich keineswegs kampflos ergeben würden.
Machulla schickte David Späth ins Tor. Auf den Außenpositionen begannen David Móré und Gino Steenaerts, im Rückraum erhielten Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck den Vorzug. Am Kreis startete Jannik Kohlbacher. Im Vergleich zum Auswärtssieg in Stuttgart änderte der Löwen-Coach seine Anfangsformation auf zwei Positionen.
Die Partie begann mit hohem Tempo. Magdeburg nutzte gleich den ersten Angriff durch Felix Claar zur Führung, doch Edwin Aspenbäck antwortete umgehend für die Gastgeber. Bereits nach wenigen Sekunden entwickelte sich ein intensives und offensiv geführtes Bundesligaspiel. Ein erstes Ausrufezeichen setzte David Späth in der vierten Minute, als er einen Siebenmeter von Omar Ingi Magnusson entschärfte und die Zuschauer erstmals von den Sitzen riss.
In der Anfangsphase begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Löwen verteidigten aggressiv und beweglich, während der SCM seine enorme individuelle Klasse im Angriff zeigte. Immer wieder gelang es den Gastgebern, die Magdeburger Defensive auseinanderzuziehen. Besonders Edwin Aspenbäck präsentierte sich in starker Form. Der schwedische Rückraumspieler war mit sieben Treffern bester Werfer der Löwen und übernahm viel Verantwortung im Angriffsspiel.
Nach rund einer Viertelstunde lagen die Badener nur knapp zurück. Eine starke Parade von Späth gegen Albin Lagergren leitete einen sehenswerten Angriff ein. Aspenbäck setzte anschließend Jannik Kohlbacher perfekt am Kreis ein, der sicher zum 8:9 verwandelte.
Doch genau in dieser Phase schlichen sich bei den Löwen erste Fehler ein. Obwohl die Abwehr weiterhin ordentlich arbeitete, häuften sich im Angriff Ballverluste und technische Fehler. Magdeburg nutzte diese Nachlässigkeiten eiskalt aus. Vor allem Felix Claar und Philipp Weber sorgten dafür, dass der Meister den Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnte.
Die Gäste zogen zwischenzeitlich auf fünf Tore davon und kontrollierten zunehmend das Geschehen. Den Löwen gelang es nicht mehr, ihre guten Defensivaktionen konsequent in einfache Tore umzumünzen. So ging es mit einem 13:17-Rückstand in die Halbzeitpause.
Auch der Start in den zweiten Durchgang verlief aus Sicht der Gastgeber alles andere als optimal. Zwar hatten die Löwen Anwurf, doch erneut war es Magdeburg, das den ersten Treffer erzielte. Binnen weniger Minuten wuchs der Rückstand auf sechs Tore an. Trainer Maik Machulla reagierte früh und nahm nach knapp acht Minuten seine Auszeit.
Die taktischen Anpassungen zeigten Wirkung. Vor allem die Umstellung auf das Spiel Sieben gegen Sechs brachte die Magdeburger Defensive zeitweise ins Wanken. Die Löwen fanden nun wieder besser in ihren Rhythmus und kämpften sich Schritt für Schritt zurück.
Ein Sinnbild für die neue Energie war eine Szene Mitte der zweiten Halbzeit: Sebastian Heymann fing einen Pass in der Abwehr ab und leitete den Gegenstoß ein. Uneigennützig spielte er auf den mitgelaufenen David Móré, der sicher verwandelte. Die Halle war plötzlich wieder da, die Fans peitschten ihre Mannschaft lautstark nach vorne.
Von fünf Toren Rückstand arbeiteten sich die Löwen wieder bis auf drei Treffer heran. Haukur Thrastarson übernahm in dieser Phase Verantwortung und verwandelte wichtige Siebenmeter sicher. Der Isländer kam insgesamt auf sechs Tore.
Doch immer dann, wenn die Gastgeber den Anschluss herstellen konnten, fand Magdeburg eine Antwort. Besonders bitter für die Löwen: Die Gäste nutzten das offensive Überzahlspiel der Mannheimer gleich mehrfach zu Treffern ins verwaiste Tor. Diese einfachen Tore verhinderten, dass die Aufholjagd früher noch einmal richtig Fahrt aufnehmen konnte.
Dennoch steckten die Löwen nie auf. Mike Jensen parierte einen Siebenmeter gegen Philipp Weber, David Späth sammelte insgesamt elf Paraden und hielt seine Mannschaft damit lange im Spiel. Zehn Minuten vor dem Ende schien die Partie bereits entschieden, doch die Gastgeber mobilisierten noch einmal alle Kräfte.
In der Schlussphase entwickelte sich eine packende Atmosphäre in der SAP Arena. Die Zuschauer standen hinter ihrer Mannschaft und hofften auf die Wende. Tatsächlich kämpften sich die Löwen bis auf zwei Tore heran. In der letzten Minute bot sich sogar die Möglichkeit, auf einen Treffer zu verkürzen und die Partie noch einmal spannend zu machen.
Doch der entscheidende Abschluss wollte nicht gelingen. Stattdessen traf Magdeburg erneut ins leere Löwen-Tor und stellte damit den 30:33-Endstand her.
Trotz der Niederlage konnten die Rhein-Neckar Löwen erhobenen Hauptes das Feld verlassen. Gegen den frisch gekrönten Deutschen Meister zeigte die Mannschaft über weite Strecken eine engagierte Leistung und bewies besonders in der Schlussphase großen Charakter. Während der SC Magdeburg seine beeindruckende Saison fortsetzt, nehmen die Löwen zumindest die Erkenntnis mit, einem der besten Teams Europas lange Paroli geboten zu haben.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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