Löwen verlieren ihr Heimspiel
Löwen beißen sich an Gummersbach die Zähne aus
- Conny begrüßt die Fans zur neuen Saison
- Foto: Wolfgang Neuberth
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Löwen beißen sich an Gummersbach die Zähne aus
Trotz großer Moral und einer spannenden Aufholjagd müssen sich die Rhein-Neckar Löwen beim ersten Heimauftritt der neuen Saison geschlagen geben. Vor 5086 Zuschauern in der SAP-Arena unterliegt das Team von Maik Machulla dem VfL Gummersbach mit 26:31 (12:14). Nach zwei Niederlagen zum Auftakt wächst damit der Druck vor dem Auswärtsspiel beim Bergischen HC.
Mannheim. Es war alles angerichtet für einen erfolgreichen Heimauftakt. Die Fans waren da, die SAP Arena bereit und nach der bitteren Niederlage zum Saisonstart in Hannover wollten die Rhein-Neckar Löwen unbedingt die ersten Punkte einfahren. Doch daraus wurde nichts. Nach 60 intensiven Minuten mussten sich die Mannheimer dem VfL Gummersbach mit 26:31 geschlagen geben.
Dabei begann die Mannschaft von Trainer Maik Machulla durchaus vielversprechend. Zwar erwischten die Gäste den besseren Start und gingen mit 2:0 in Führung, doch davon ließen sich die Löwen nicht beeindrucken. Jannik Kohlbacher, nach seiner Krankheit wieder zurück im Team, erzielte in der vierten Minute das erste Mannheimer Heimtor der Saison.Aron Seesing und Marius Steinhauser sorgten anschließend für den 3:3-Ausgleich, ehe Edwin Aspenbäck beim 4:3 erstmals die Löwen in Führung brachte. Der Schwede präsentierte sich in dieser Phase besonders spielfreudig. Immer wieder fand er Lücken in der Gummersbacher Defensive. Beim 7:5 setzte er sich erneut durch, wenig später erhöhte er nach einem Ballgewinn per Gegenstoß auf 8:5.Auch David Späth wurde im Mannheimer Tor zunehmend zum Faktor. Der Nationaltorhüter entschärfte mehrere gute Möglichkeiten der Gäste. Als Gummersbachs Miro Schluroff alleine auf ihn zulief, wehrte Späth den Ball mit dem Bein ab. Kurz darauf parierte er erneut, und Robert Timmermeister nutzte die Gelegenheit auf der Gegenseite zum 10:8.Doch der VfL ließ sich nicht abschütteln. Gummersbach erhöhte den Druck, nutzte Mannheimer Fehler konsequent aus und kämpfte sich zurück. Beim 11:11 war die Begegnung wieder völlig offen. In den letzten Minuten vor der Pause gelang es den Gästen sogar, die Partie zu drehen. Mit einem 12:14-Rückstand gingen die Löwen schließlich in die Kabine.
Hoffnung auf die Wende
Nach dem Seitenwechsel blieb Gummersbach zunächst am Drücker. Die Gäste verteidigten über weite Strecken einen Vorsprung von drei Treffern. Die Löwen kämpften, fanden im Angriff aber nicht mehr so häufig die Lücken wie noch in der Anfangsphase.
Machulla brachte mit Kentin Mahé und Tim Nothdurft neue Kräfte. Die Mannheimer versuchten, vor allem in der Defensive wieder mehr Zugriff auf die Begegnung zu bekommen. Doch mit Schluroff und Milos Roganovic verfügte Gummersbach über zwei Rückraumspieler, die an diesem Abend nur schwer zu stoppen waren.Trotzdem gaben sich die Löwen nicht geschlagen. Rund zehn Minuten vor dem Ende wurde es noch einmal richtig spannend. Späth lenkte einen Wurf von Schluroff an die Latte, im Gegenzug traf Seesing zum 22:23. Plötzlich war der Anschluss hergestellt und auch die Zuschauer waren wieder voll da.
Die Hoffnung auf die Wende lebte.
Doch Gummersbach hielt dagegen. Immer wenn die Löwen die Chance hatten, die Partie endgültig zu kippen, fanden die Gäste eine Antwort. Machulla ging schließlich volles Risiko. Späth verließ bei den Mannheimer Angriffen das Tor, die Löwen agierten im Sieben-gegen-Sechs. Als Gummersbachs Ellidi Vidarsson nach einem Schlag gegen Seesing die Rote Karte sah, bot sich den Gastgebern eine weitere große Gelegenheit. Doch Mahé konnte den anschließenden Siebenmeter nicht verwandeln. Statt des möglichen Anschlusstreffers setzte sich auf der Gegenseite Schluroff durch und erhöhte wieder auf drei Tore.In den letzten Minuten warfen die Löwen noch einmal alles nach vorne. Ein sehenswerter Kempa-Versuch über Dani Baijens und Nothdurft fand jedoch nicht den Weg ins Tor. VfL-Keeper Bertram Obling parierte und die Gäste nutzten anschließend auch das verwaiste Mannheimer Tor.
Damit war die Entscheidung gefallen. Nach 60 umkämpften Minuten stand das 26:31 auf der Anzeigetafel – und damit die zweite Niederlage der Löwen im zweiten Saisonspiel.
Fans feiern ihre Löwen trotzdem
Enttäuschung bei den Spielern, aber Rückendeckung von den Rängen: Trotz der Niederlage verabschiedeten die Fans ihre Mannschaft mit „Einmal Löwe, immer Löwe“-Sprechchören. Sie honorierten damit einen Auftritt, bei dem Einsatz und Kampfgeist gestimmt hatten, in den entscheidenden Situationen aber die nötige Konsequenz fehlte. „Wir haben in den entscheidenden Momenten nicht den Zugriff bekommen“, bilanzierte Machulla. Gerade in der ersten Halbzeit sei seine Mannschaft bei Emotionalität und Physis voll da gewesen. Umso enttäuschender habe sich der Zwei-Tore-Rückstand zur Pause angefühlt. In der zweiten Hälfte hätten sich die Löwen zunehmend schwergetan. Vor allem die Wucht von Roganovic und Schluroff habe seiner Mannschaft mit zunehmender Spieldauer Probleme bereitet. Bester Mannheimer Torschütze war Seesing mit sechs Treffern, ebenso oft traf Aspenbäck. Späth kam auf elf Paraden. Bei den Gästen waren Schluroff und Roganovic mit jeweils neun Treffern die erfolgreichsten Werfer. Torhüter Obling erwies sich mit 14 Paraden ebenfalls als wichtiger Faktor für den Gummersbacher Erfolg.Für die Löwen heißt es nun: Mund abputzen und weitermachen. Denn viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Samstag wartet beim Bergischen HC die nächste Aufgabe. Dort soll im dritten Anlauf endlich der erste Saisonsieg gelingen.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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