3. Liga: Direkter Wiederaufstieg bleibt die Ausnahme
- Der direkte Wiederaufstieg aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga gelingt laut DFB-Auswertung nur selten.
- Foto: Anouar Touir
- hochgeladen von Anouar Touir
Sport. Der direkte Wiederaufstieg aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga gelingt nur selten. Darauf weist eine Auswertung des Deutschen Fußball-Bundes vor dem Start der Saison 2026/2027 hin. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden neuen Drittligisten Fortuna Düsseldorf und SC Preußen Münster, die nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga nun einen schnellen Neuanfang schaffen wollen.
Für Fans im Südwesten ist das Thema auch deshalb relevant, weil mit dem Karlsruher SC, dem SV Wehen Wiesbaden, dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Sandhausen mehrere Vereine aus der Region in den vergangenen Jahren Erfahrungen mit Auf- und Abstiegen zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga gemacht haben. Die Statistik zeigt, wie schwierig die Rückkehr ins Unterhaus des deutschen Profifußballs ist.
Nur elf von 49 Absteigern kehrten sofort zurück
Nach DFB-Angaben schafften von bislang 49 Absteigern aus der 2. Bundesliga nur elf Vereine den direkten Wiederaufstieg aus der 3. Liga. Zuletzt gelang das dem SSV Jahn Regensburg in der Saison 2023/2024 über die Relegation gegen den SV Wehen Wiesbaden.
Auffällig ist laut der Auswertung, dass der sofortige Wiederaufstieg vor allem in den ersten Jahren nach Einführung der eingleisigen 3. Liga häufiger gelang. In den ersten drei Spielzeiten schafften mit dem SC Paderborn 07, dem VfL Osnabrück, dem FC Ingolstadt 04 und Hansa Rostock gleich vier Vereine die direkte Rückkehr. Danach wurde das deutlich seltener.
Zu den weiteren Klubs mit sofortigem Wiederaufstieg zählen der Karlsruher SC, Arminia Bielefeld, Erzgebirge Aue, der MSV Duisburg, Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig. In acht von 18 Spielzeiten blieb dagegen jeder Absteiger aus der 2. Bundesliga in der 3. Liga hängen oder verpasste sogar den Klassenverbleib.
Manche Klubs rutschen noch weiter ab
Wie riskant ein Abstieg in die 3. Liga sein kann, zeigt auch der Blick auf die jüngste Vergangenheit. Der SSV Ulm 1846 Fußball stieg nach dem Gang aus der 2. Bundesliga in der abgelaufenen Saison direkt weiter in die Regionalliga Südwest ab. Auch der SSV Jahn Regensburg musste zeitweise um den Klassenverbleib bangen, rettete sich am Ende aber auf Rang 13.
Schon zuvor waren mehrere frühere Zweitligisten nach dem Abstieg weiter durchgereicht worden. Genannt werden unter anderem die Würzburger Kickers, Rot Weiß Ahlen, Rot-Weiß Oberhausen, Alemannia Aachen und der FSV Frankfurt. Einige dieser Vereine fanden sich später sogar in der Regionalliga oder noch tiefer wieder.
Die Würzburger Kickers haben inzwischen immerhin den Weg zurück in die 3. Liga geschafft. Alemannia Aachen ist der einzige weitere Klub aus dieser Gruppe, der nach einem Doppelabstieg später wieder in die 3. Liga zurückkehrte.
Häufig klappt es erst im zweiten Anlauf
Deutlich öfter gelingt der Wiederaufstieg nicht sofort, sondern erst nach einer weiteren Saison in der 3. Liga. Das traf laut DFB unter anderem auf Erzgebirge Aue, Arminia Bielefeld, den MSV Duisburg, Dynamo Dresden, den SC Paderborn 07, den Karlsruher SC, Eintracht Braunschweig, den FC Ingolstadt 04 und den VfL Osnabrück zu.
Auch der SV Wehen Wiesbaden brauchte nach seinem Abstieg 2009 zehn Jahre bis zur Rückkehr in die 2. Bundesliga. Beim späteren Wiederaufstieg gelang die Rückkehr dann im dritten Anlauf, ehe der Klub erneut nach nur einer Saison abstieg.
Für Fortuna Düsseldorf und Preußen Münster bedeutet die Statistik vor dem Start der neuen Drittligasaison damit vor allem eines: Der direkte Wiederaufstieg ist möglich, historisch aber eher die Ausnahme als die Regel.
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |