Krötenwanderung in Baden-Württemberg: Schutz und Bedeutung
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Baden-Württemberg. Die jährliche Krötenwanderung hat begonnen: Zehntausende Amphibien ziehen in diesen Wochen zu ihren Laichgewässern – und ehrenamtliche Helfer schützen sie vor dem Unfalltod. Doch die Zahl der Frösche, Kröten und Molche im Land sinkt rapide. Mehr als die Hälfte der Arten ist gefährdet.
Amphibien in Gefahr: Die Lage in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg stehen mehr als die Hälfte der heimischen Amphibien- und Reptilienarten auf der Roten Liste. Von 19 im Land lebenden Amphibienarten gelten elf als gefährdet, darunter die Geburtshelferkröte, der Kammmolch und der Laubfrosch. Der Verlust von Lebensräumen und Klimawandel setzen den Tieren massiv zu. Straßen zerschneiden Wanderwege, Feuchtgebiete trocknen aus, und der Einsatz von Pestiziden belastet die Laichgewässer.
Wie der Klimawandel Amphibien bedroht
Steigende Temperaturen und trockene Sommer machen Fröschen, Kröten und Salamandern zu schaffen. Viele Laichgewässer trocknen aus, sodass Kaulquappen nicht überleben. Krankheiten und das Insektensterben verschärfen die Situation. Dennoch gibt es auch positive Entwicklungen: Dank der Rückkehr des Bibers entstehen neue Lebensräume, wie etwa in Radolfzell, wo sich die Zahl der wandernden Amphibien vervierfacht hat.
Die Bedeutung der Krötenwanderung
Die jährliche Wanderung ist für Amphibien überlebenswichtig. Sie kehren zu ihren Geburtsorten zurück, um Eier abzulegen. Ohne den Schutz von Helfern wären viele Tiere durch den Straßenverkehr gefährdet. Kröten stabilisieren als Schlüsselarten Ökosysteme, indem sie Insekten regulieren und Nährstoffe transportieren. Zudem schafft die Wanderung Bewusstsein für den Artenschutz.
Was können Bürger tun?
Auch im eigenen Garten können Lebensräume geschaffen werden. Ein naturnaher Teich ohne Fische, aber mit Pflanzen und flachem Ufer, bietet Fröschen und Kröten einen Lebensraum. Giftfreie Gärten, abgesicherte Schächte und Verstecke wie Büsche oder Totholzhaufen helfen ebenfalls, die Tiere zu schützen. Laut dem Naturschutzbund (Nabu) locken solche Maßnahmen schnell Amphibien an.dpa
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |