Zeichen für Zusammenhalt und Optimismus
Neujahrsempfang des Kulturvereins

Schlüsselügergabe | Foto: Wolfgang Neuberth
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Neujahrsempfang des Kulturvereins Mannheim-Waldhof: Zeichen für Zusammenhalt und Optimismus
Mit einem eindrucksvollen Neujahrsempfang eröffnete der Kulturverein Mannheim-Waldhof das neue Jahr und setzte ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Zuversicht und Engagement im Stadtteil. Vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Halle begrüßte Vorsitzender Stefan Höß zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Bürgerschaft, darunter Bürgermeister Thorsten Riehle sowie der ehemalige Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz. Auch Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Initiativen, Unternehmen und Ehrenamtliche waren gekommen, um den Auftakt des Jahres gemeinsam zu feiern.
In seiner Ansprache stellte Höß den Zusammenhalt in den Mittelpunkt und rief dazu auf, trotz schwieriger Rahmenbedingungen positiv nach vorne zu blicken. „Wir wollen nicht nur reden, sondern handeln“, betonte er. Alles, was es dafür brauche, seien Menschen mit Herz, Ideen und Tatkraft. Investitionen in Bildung, Sport, Kultur und Begegnung seien Investitionen in den sozialen Zusammenhalt. „Der Waldhof soll ein lebens- und liebenswerter Stadtteil bleiben.“
Rückblickend hob Höß die erfolgreichen Projekte des vergangenen Jahres hervor. Besonders der Weihnachtsmarkt und das Stadtteilfest hätten den Zusammenhalt sichtbar gemacht: Zahlreiche Vereine, lokale Künstlerinnen und Künstler sowie engagierte Bürger trugen zum Gelingen bei. „Solche Veranstaltungen sind mehr als Unterhaltung – sie sind ein Stück gelebter Gemeinschaft“, sagte Höß. Gleichzeitig äußerte er seine Sorge über die angespannte Haushaltslage der Stadt Mannheim und appellierte, nicht in Resignation zu verfallen, sondern aktiv Verantwortung für den Stadtteil zu übernehmen.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Festansprache von Dr. Peter Kurz. Er zeichnete ein gesellschaftliches Stimmungsbild, das viele Gäste nachdenklich stimmte. Glück werde heute anders definiert als noch vor einer Generation. Während früher materieller Wohlstand, Karriere und Eigenheim im Vordergrund standen, rücken heute Gesundheit, stabile Beziehungen, Sicherheit und Sinnhaftigkeit in den Fokus. Studien zeigten, dass nicht finanzieller Reichtum, sondern das Gefühl, gebraucht zu werden und Zukunft planen zu können, Zufriedenheit schaffe. „Viele Menschen sehnen sich nach Verlässlichkeit in einer Welt, die immer unübersichtlicher erscheint“, sagte Kurz.
Er sprach auch offen über gesellschaftliche Spaltungen, den Vertrauensverlust in Institutionen und die Rolle sozialer Medien. Die Pandemie habe diese Entwicklungen nicht verursacht, aber beschleunigt. Früher prägende Strukturen wie Nachbarschaften, Vereine oder Kirchen hätten an Bedeutung verloren, viele Menschen fühlten sich isoliert. Zugleich wachse das Bedürfnis nach neuer Gemeinschaft – in lokalen Initiativen, ehrenamtlichem Engagement und überschaubaren Netzwerken. „Es kommt darauf an, den Menschen wieder Räume zu geben, in denen sie sich eingebunden fühlen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen können“, betonte Kurz.
Im Anschluss stellte Bürgerdienstleiterin Michaela Diehl die Arbeit des Bezirksbeirates vor. Sie erläuterte, wie Vereine und Institutionen von bereitgestellten Budgets profitieren können, und unterstrich die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Akteuren vor Ort. „Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Initiativen wie Nachbarschaftshilfe, Kulturveranstaltungen oder Sportprojekte nicht nur Ideen bleiben, sondern Realität werden“, so Diehl.
Für einen musikalischen Höhepunkt des Abends sorgte Sängerin Elena, die mit viel Temperament und starker Bühnenpräsenz begeisterte. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und spürbaren Leidenschaft riss sie das Publikum mit und setzte einen schwungvollen Akzent im Programm des Neujahrsempfangs.
Nach den nachdenklichen und musikalischen Momenten folgte ein närrisches Finale: Der Carneval-Club Waldhof sorgte mit Humor, Musik und Einlagen für ausgelassene Stimmung. Beim Lösen der Quizaufgaben von Michaela Diehl wurde der symbolische Rathausschlüssel erobert – zur Freude des Publikums von der vierjährigen Sophie Falkner. Auch Jubiläumsprinzessin Selina I. begeisterte mit ihren närrischen elf Geboten, die mit kräftigen „Ahoi“-Rufen gefeiert wurden.
Der Neujahrsempfang zeigte eindrucksvoll die Stärke des Miteinanders auf dem Waldhof. Neben bewegenden und humorvollen Momenten gab es konkrete Unterstützung: Die Volksbank Sandhofen und die VR-Bank Rhein-Neckar-Nord förderten den Kulturverein mit großzügigen Spenden. Zudem sammelte der Verein Pro-Waldhof mit einem Glühweinstand Gelder für den geplanten Kunstrasen am Alsenweg. „Diese Solidarität macht deutlich: Wenn alle zusammenarbeiten, kann viel bewegt werden“, resümierte Höß.
Mit Optimismus, Engagement und starkem Gemeinschaftsgeist startete der Kulturverein Mannheim-Waldhof ins neue Jahr – und setzte ein klares Zeichen für ein lebendiges, solidarisches und zukunftsorientiertes Miteinander im Stadtteil. Die Mischung aus Reflexion, Appell für gesellschaftliches Engagement, musikalischen und humorvollen Momenten sowie praktischer Unterstützung machte den Empfang zu einem gelungenen Auftakt für 2026.
Text und Bilder: Wolfgang Neuberth

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Autor:

Wolfgang Neuberth aus Mannheim

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