Harvard-Forscherin Eirliani Abdul Rahman findet Zuflucht an Uni Mannheim
- Neuer Arbeitsort der Harvard‑Forscherin: Die Universität Mannheim stärkt internationale Wissenschaftsfreiheit.
- Foto: Norbert Bach
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Mannheim. Die renommierte Forscherin Dr. Eirliani Abdul Rahman hat Anfang März ihre Arbeit am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) aufgenommen. Die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt ihren Aufenthalt mit rund 1,8 Millionen Euro. Für die Wissenschaftlerin bedeutet der Wechsel vor allem eines: Sicherheit und Freiheit zur Forschung.
Eine Forscherin zwischen Harvard, Twitter-Skandal und politischem Druck
International bekannt wurde die aus Singapur stammende Expertin für Online-Sicherheit, als sie 2022 aus dem Trust and Safety Council von Twitter zurücktrat – aus Protest gegen den massiven Anstieg von Hassrede nach der Übernahme durch Elon Musk.
Damals befand sich Abdul Rahman im Promotionsprogramm der Harvard University im Bereich Public Health. Doch mit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung Anfang 2025 verschärfte sich für sie die Lage: „Es ist einfach beruhigend, nicht ständig auf der Hut sein zu müssen“, sagt sie über ihre ersten Tage in Mannheim.
Wissenschaftsfreiheit als Grund für den Wechsel nach Deutschland
Im Sommer 2025 bewarb sich Abdul Rahman – mit Unterstützung der Universität Mannheim – um das Programm für Internationale Wissenschaftsfreiheit der Baden-Württemberg Stiftung. Die Zusage ermöglicht ihr nun einen anfänglichen dreijährigen Aufenthalt mit Option auf Verlängerung.
Ihr Mentor, Prof. Marc Ratkovic, selbst von Princeton nach Mannheim gewechselt, lobt ihr Engagement: „Ihr Einsatz für Wissenschaftsfreiheit und den Schutz von Kindern ist beeindruckend.“
Forschung gegen Kinderhandel: KI soll Muster erkennen
Im Zentrum ihres Mannheimer Projekts steht der Aufbau einer KI‑gestützten Plattform, die Muster von Kinderhandel in Indien sichtbar macht. Allein 2023 wurden dort 82.000 Kinder entführt. Abdul Rahmans System „TRAPP“ soll fragmentierte Daten bündeln, Heatmaps für Risikogebiete erstellen, Behörden bei Einsätzen unterstützen und eine skalierbare Lösung für die Zukunft bieten. Ein Pilotprojekt läuft bereits im indischen Bundesstaat Odisha.
Eine außergewöhnliche Karriere
Abdul Rahman war über ein Jahrzehnt im diplomatischen Dienst Singapurs tätig – unter anderem in Berlin und Delhi. Später prägte sie als Gründungsmitglied den Sicherheitsrat von Twitter mit. Weltweit bekannt wurde sie durch ihren öffentlichkeitswirksamen Rücktritt 2022.
Ihre Dissertation in Harvard beschäftigte sich mit einer Form digitaler Belästigung, die sie „indirect swarming“ nennt – ein Phänomen, das bislang kaum erforscht war. Nach Harvard arbeitete sie an der University of Cambridge und der Georgetown University.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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