lebendig und engagiert
Die Fasnachter übernehmen die Regentschaft
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Löwenjäger und Spargelstecher übernehmen die Regentschaft
Käfertal. Mit einem ebenso bunten wie abwechslungsreichen Programm hat die Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine (IGKV) beim Neujahrsempfang im Kulturhaus eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und engagiert der Stadtteil ist. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Bürgerschaft waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzublicken und zuversichtlich ins neue zu starten.
Humorvoll und souverän führte der stellvertretende IGKV-Vorsitzende Christian Lüttich durch den Abend. Begrüßt wurden unter anderem Bürgermeister Thorsten Riehle sowie Marcus Brüchle als Vertreter des Bezirksbeirates. Insgesamt waren fünf der sieben Fraktionen vertreten. Auch zahlreiche Unterstützer und Förderer des Stadtteils wurden willkommen geheißen, darunter Vertreter der Helena-Wasser-Stiftung, der Spinelli-Apotheke, der VR Bank sowie der Freiwilligen Feuerwehr Nord, deren Förderverein bei Veranstaltungen stets zuverlässig im Einsatz ist – sei es bei Festen oder beim Auf- und Abbau des Weihnachtsbaumes.
IGKV-Vorsitzende und Kulturhausleiterin Ute Mocker machte in ihrer Ansprache deutlich, vor welchen Aufgaben Käfertal steht. „Der Stadtbezirk wächst rasant, die Bevölkerung nimmt immens zu – gleichzeitig fehlt es in den neuen Wohnquartieren Franklin und Spinelli an Infrastruktur“, betonte sie. Das Kulturhaus als kulturelles Zentrum spüre diese Entwicklung deutlich: Wöchentlich nutzen bis zu 180 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die Jugend- und Interkulturangebote, die längst an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
Gleichzeitig konnte Mocker auf ein erfolgreiches Kulturjahr zurückblicken. Beim Kultursommer lockten 28 Konzerte mit rund 100 Musikerinnen und Musikern zahlreiche Besucher an, auch die Ausstellungen erfreuten sich großer Resonanz. Für die kommenden Jahre hat sich die IGKV ambitionierte Ziele gesetzt. Geplant ist unter anderem ein Tanztheaterstück über das bewegende Leben von Helena Wasser, die als junge Zwangsarbeiterin nach Käfertal kam, Teil der Familie wurde und später zur Erbin des Vermögens avancierte. Zudem steht 2026 ein besonderes Jubiläum an: Die IG Käfertaler Vereine wird 60 Jahre alt.
Ihr Dank galt allen Helferinnen und Helfern, dem Team an Theke und Sektbar, den Frauen, die das Fingerfood vorbereiteten, den Musikern Daniel Prandl (Klavier) und Olaf Schönborn (Saxophon) sowie dem Technikteam um Dennis Sommer.
Bürgermeister Thorsten Riehle würdigte Käfertal als ebenso beeindruckenden wie vielfältigen Stadtteil, verschwieg jedoch nicht die aktuellen Herausforderungen. Er zeigte sich betroffen von jüngsten Gewalttaten, bei denen Jugendliche auf der Schönau eine Straßenbahn zerstörten und Einsatzkräfte angriffen. „Das macht uns sprachlos, fassungslos und wütend. Gewalt hat in Mannheim nichts zu suchen“, sagte Riehle deutlich. Umso wichtiger sei es, Beispiele für respektvolles Miteinander hervorzuheben. Als leuchtendes Beispiel für Zivilcourage nannte er den Taxifahrer Muhammad Afzal, der am Rosenmontag 2025 eine tödliche Amokfahrt in der Innenstadt stoppte.
Trotz eines finanziell engen Haushalts berichtete der Bürgermeister auch von positiven Entwicklungen: Der Habichtsplatz wurde übergeben, der Übergang Vogelstang–Franklin soll noch im Januar eröffnet werden und der Schwerpunkt Waldstraße/Wasserwerkstraße steht kurz vor der Fertigstellung. Sein Dank galt allen, die mit ihrem Engagement zeigen, wie wichtig ihnen ihr Stadtteil ist.
Marcus Brüchle (Freie Wähler) sprach ebenfalls Probleme an, verwies aber auch auf Erfolge wie die Unterstützung der Deutschen Faustball-Meisterschaften in der GBG-Halle und den Vizemeistertitel des TV 1880 Käfertal. In manchen Bereichen sei jedoch Geduld gefragt.
Zwischen den Wortbeiträgen sorgten Daniel Prandl und Olaf Schönborn für musikalische Akzente. Zum Schluss übernahmen schließlich die Fasnachter das Zepter: Für Bürgerserviceleiter Florian Mattheier war es fast schon Routine, die der „Bürgermeister“ von Käfertal mit Bravour meisterte. So ganz freiwillig wollte er den Rathausschlüssel an die Löwenjäger und Spargelstecher nicht herausrücken, verlor aber den Kampf gegen Melanie II. der Spargelstecher. Beim anschließenden geselligen Teil klang der Abend mit Musik der jungen Band „Younity Family“ aus – unterstützt spontan von Saxophonist Olaf Schönborn – und bot reichlich Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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