4,04 Millionen Euro für Mannheims Modell „Wohnen mit Versorgungssicherheit“
- Wenn Pflege im Alltag organisiert werden muss, hilft wohnortnahe Beratung und Unterstützung im Quartier.
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Mannheim. Pflegebedürftige Menschen sollen in Mannheim künftig besser im eigenen Wohnumfeld unterstützt werden. Für das Projekt „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ erhält die Stadt 4,04 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „OrtsNahePflege BW“.
Das Projekt gehört zum „Mannheimer Modell“ für ein „Gutes Älterwerden im Quartier“, das pilotmäßig im Stadtteil Vogelstang gestartet ist. Schritt für Schritt will die Stadt die Bausteine auf weitere Stadtteile ausweiten.
Vier Stadtteile im Fokus
Neben der Vogelstang plant Mannheim quartiersnahe Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen auch in Neckarstadt-West, Rheinau-Mitte und Gartenstadt. Der Gemeinderat hat die Umsetzung des Projekts in Verbindung mit dem Förderprogramm in seiner Sitzung am Montag, 23. Juni beschlossen.
Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Pflegebedarf ein möglichst selbständiges Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Mannheim setzt dafür auf eine engere Verzahnung von Wohnen, Pflege und Beratung und will wohnortnahe Unterstützungsangebote in den ausgewählten Stadtteilen ausbauen.
Geplant sind unter anderem Pflegewohnungen, die den Übergang aus einer stationären Behandlung in die Pflege zu Hause erleichtern sollen. In Pflegebüros soll zudem eine Rufbereitschaft entstehen, die in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende Unterstützung leisten kann. Digitale Anwendungen sollen außerdem die Zusammenarbeit zwischen pflegebedürftiger Person, Pflegedienst und pflegenden Angehörigen verbessern.
Bürgermeister Thorsten Riehle sagt: "Im vertrauten Zuhause zu bleiben, ist der Wunsch der meisten älteren Menschen – auch dann, wenn sie Unterstützung oder Pflege brauchen. Für die Gestaltung seniorengerechter Quartiere mit integrierten Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen benötigt es ebenso innovative wie interdisziplinäre Konzepte und Ideen. Ich freue mich, dass das Land Baden-Württemberg unser Engagement in diesem Bereich anerkennt und das Projekt „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ als eines von sechs Modellvorhaben landesweit für eine Förderung ausgewählt hat. Wir sehen uns daher in der glücklichen Lage, dieses wichtige Projekt in den nächsten drei Jahren haushaltsneutral in Mannheim auf- und auszubauen“.
Auch Dr. Jens Hildebrandt, Fachbereichsleiter im Fachbereich Arbeit und Soziales, sieht in der Förderung eine Chance für Mannheim: „Mit der Durchführung des Projektes hat Mannheim die Chance, die Zukunft der Pflege aktiv mit zu gestalten“, sagt er. „Dass wir die Projektförderung erhalten haben, zeigt, dass wir mit unserem „Mannheimer Modell“ auf dem richtigen Weg sind.“
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, kann nach der Förderzusage der letzte noch offene Baustein des „Mannheimer Modells“ umgesetzt werden. Eine unabhängige wissenschaftliche Evaluation soll die Wirksamkeit des Projekts überprüfbar machen. Dabei will die Stadtverwaltung auch auf die Kompetenz örtlicher Dienstleister im Bereich Wohnen und Pflege zurückgreifen.
Finanziert wird das Projekt laut Stadt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln sowie durch die Landesverbände der Pflegekassen in Baden-Württemberg im Einvernehmen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |