FIA-WEC Langstreckenweltmeisterschaft
Ferrari staubt den Sieg in Austin ab
- Ferrari gewinnt das Lone Star Le Mans in den USA
- Foto: moto-foto
- hochgeladen von Hartmut Reuschel
Nach den Rennen in Imola / Italien , Spa / Belgien, Le Mans / Frankreich und Sao Paulo / Brasilien ging die WEC – Langstreckenweltmeisterschaft mit dem Lone Star Le Mans – Rennen in den USA in ihre zweite Saisonhälfte. Das 6 Stundenrennen auf dem Circuit of the Americas in Austin / Texas sollte Klarheit darüber bringen ob der Zweikampf zwischen BMW und Toyota auch in den USA fortgesetzt wird oder ob sich Titelverteidiger Ferrari im Kampf um die WM noch einmischen kann. Während Toyota neben dem Saisonhöhepunkt in Le Mans noch die 6 Stunden von Imola für sich entscheiden konnte war BMW sowohl in Spa als auch in Sao Paulo in beiden 6-Stundenrennen erfolgreich. Enttäuschend verlief dagegen die Saison bislang für Ferrari. Beim Heimspiel in Imola brachten Guidi / Calado / Giovinazzi ihren 499P auf Platz 2 ins Ziel während in Spa die Teamkollegen Fuoco / Molina / Nielsen mit P3 auf das Podest fahren konnten. Bei den 24 Stunden in Le Mans ging dann Ferrari komplett leer aus was die Podestplätze angeht während es in Sao Paulo mit der #51 ( Guidi – Calado – Giovinazzi ) wieder mit P2 auf das Podest reichte. Vor dem Rennen in den USA waren in der Fahrerwertung mit Rene Rast und Robert Frijns 2 BMW Piloten mit den drei Toyota Fahrern Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nicky de Vries mit jeweils 75 Punkten an der Spitze der WM-Wertung. In der Herstellerwertung führt Toyota mit 132 Punkten knapp vor BMW ( 127 ) und Ferrari auf Platz 3 mit 88 Zählern.
Wie eng es in der Topklasse der Hypercars zugeht zeigte schon das Qualifikationstraining am Samstag bei dem jeweils nur ein Fahrer eines Teams zum Einsatz kommt. Antonio Giovinazzi holte mit dem Ferrari 499P die Pole Position vor dem Cadillac V8 Series.R mit Jack Aitken und dem Alpine A424 mit Felix da Costa. Auf Platz 4 folgte dann der Aston Martin Valkyrie mit Harry Ticknell. Diese 4 Fahrzeuge liegen nicht nur innerhalb von 0,050 Sekunden (!) und damit enger zusammen als je zuvor in der WEC, mit dem Ferrari und dem Cadillac sind zwei Fahrzeuge mit 1.52.445 Minuten bis auf die tausendstel Sekunde gleich schnell! Auch während des Rennens lagen die Topfahrzeuge in der Hypercarklasse jederzeit eng beieinander und es wurde hart um die Positionen gerungen. Sehr deutlich spürte das der Ferrari #51. Von der Pole aus gestartet lag das Fahrzeug in Führung vor dem Cadillac #12 und dem Alpine #35. Doch beim ersten Boxenstop gab es ein technisches Problem beim 499P, das Auto konnte erst mit 20 Sekunden Verspätung die Boxengasse verlassen und von diesem Rückstand hat sich der Ferrari bis zum Rennende nicht mehr erholt. Mit dem Ferrari #50 mit Fuoco / Molina / Nielsen, dem Toyota #8 mit Buemi / Hartley / Hirakawa, dem Cadillac #12 mit Stevens / Nato / Taylor und dem zweiten Ferrari #83 mit Ye / Kubica / Hanson fuhren zunächst 4 Fahrzeuge an der Spitze des Feldes und versuchten mit einer anderen Boxentstrategie als die der Konkurrenz einen Vorsprung herauszufahren. Doch 2 Safety-Car-Phasen machten diesen Plan für die Fahrzeuge zunichte, während nur der Ferrari #50 mit schnellen Rundenzeiten davon profitierte und zur Spitzengruppe aufschliessen konnte. Eine weitere Safety-Car-Phase brachte das Feld dann nochmals zusammen ehe es dann zu einem 45-minütigem Schlussprint kam. In dem führte zunächst der Toyota #7 mit Nicky de Vries am Steuer, gefolgt vom Ferrari #50 mit Nielsen und dem Cadillac #38 mit Earl Bamber. Als das
Spitzentrio in die letzten 15 Minuten des Rennens ging kam dann die dramatische Wende. Der führende Toyota rollte 12 Minuten vor Ende des Rennens mit Hydraulikproblemen aus und erfuhr damit ein ähnliches Schicksal an gleicher Stelle wie 2024 als damals eine umstrittene Zeitstrafe kurz vor Schluss Toyota ebenfalls den sicher geglaubten Sieg kostete. Durch den Ausfall der # 7 wurde der Ferrari #50 an die Spitze gespült und gewann nach 6.00.07,219 Stunden das Lone Star Le Mans in Austin. Auf Platz 2 überquerte der Alpine # 35 mit Milesi am Steuer die Ziellinie, wurde jedoch auf Grund eines Regelverstoßes beim Verlassen der Box beim letzten Boxenstopp mit einer 5 Sekunden Zeitstrafe belegt was den Alpine auf Platz 3 abrutschen ließ. Dadurch kamen Bamber / Bourdais / Aitken mit dem Cadillac #38 auf den zweiten Platz nach vorn. Bei den Piloten hat sich durch das Ergebnis in Austin nichts am Gesamtklassement verändert, Rast und Frijns (BMW) sowie Conway, Kobayashi und de Vries (Toyota ) führen immer noch mit 75 Punkten. Bei den Herstellern liegt jetzt Toyota mit 140 Punkten vor BMW (131) und Ferrari (114) an der Spitze. Die WEC Saison wird am letzten Septemberwochenende in Fuji mit einem weiteren 6 Stundenrennen fortgesetzt. Durch diesen Sieg hat Ferrari sowohl in der Fahrer als auch in der Herstellerwertung aufgeholt und ist es mittendrin im Kampf um die WM-Titel!
Text: Hartmut Reuschel
Bilder: moto-foto
Autor:Hartmut Reuschel aus Mannheim |
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